Bilbao – Portugalete

7.00 Uhr! Dunkelheit taucht mein Domizil in eine mönchzellenähnliche Unterbringung. Was für eine beschissene Nacht! Um 1 Uhr kamen meine Nachbarn von ihrer Sauftour zurück und waren der Meinung, sich lautstark über ihre Eheprobleme auszulassen (jedenfalls nehme ich das an, denn sie unterhielten sich nur auf Spanisch)! Der Versuch etwas Frischluft in mein 2 x 3 m Domizil zu lassen, endete mit einem Tohuwahu von der anderen Straßenseite aus.

Um 8 hatte ich mich mit dem Senior zum Aufbruch verabredet, was auch klappte. Nach kurzem Schwenk entlang des Guggenheim, überquerten wir die Fußgängerbrücke über den Rio Nervion und waren sogleich auf dem Camino.

Entlang der Industriebrachen des ehemaligen Hafenviertels, ging es immer nur nördlich in Richtung Getxo. „Warum haben wir eigentlich nicht die Metro genommen“, fragten wir uns immer wieder. Die Gegend durch die man hier marschiert, oder pilgert, ist wirklich unattraktiv. Aber das gehört wohl dazu!

Erst die Biskaia Brücke, welche Las Arenas (oder auch Getxo) und Portugalete miteinander verbindet, brachte endlich etwas Abwechslung in des Pilgers Alltagsleben. Wir entschieden uns, nicht die Hängefähre zu nehmen, sondern mit dem Aufzug auf den oberen Teil der Brücke bringen zu lassen und dann den Panoramablick bei fussläufiger Überquerung zu geniessen.

Wieder unten angekommen, folgten wir dem Pfad der gelben Pfeile und suchten die Pension La Guia, die wir mit der Hilfe von zwei attraktiven Locals denn auch fanden.

Die Pilgerherberge, welche sich in einer alten Schule befindet, hat leider nur in den Schulferien geöffnet.

Es ist zwar noch etwas zu früh, um eine Einschätzung abgeben zu können, jedoch merkt man bereits, das sich dieser Weg vom Camino Frances unterscheidet. Beispielsweise haben wir noch keine anderen Pilger getroffen!

Egal! Wir sind, nachdem wir eingecheckt haben, auf Essenssuche gegangen und fanden in der City eine urtypische Bodega, in der sich ein Haufen Einheimischer aufhielt. „Dos Cerveza e… und das da“, was aussah wie frittierte Calamari auf dem Teller meines Nachbarn, und schwupps hatte ich was das Herz als Grundnahrung begehrt.

Wir sahen uns noch etwas in der Stadt um und landeten in der nächsten Kneipe, wo die nächsten Dos Cervezas + Oruchos warteten. Ja, das mit der reinigenden Wirkung klappt noch nicht wirklich….Rülps!

Buen Camino

 

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