Comillas – Serdio

Regen! Damit begann der heutige Morgen. Einige unserer deutschen Mitpilger, denen wir bereits seit Tagen immer wieder mal über den Weg laufen, schaffen es noch immer nicht ein „Guten Morgen“ zu wünschen. Schlimmer noch, versuchen sie jeden Kontakt mit uns möglichst zu vermeiden. Gestern habe ich mal versucht ein Gespräch mit einer deutschen Pilgerin zu führen. Hat ganze 5 Minuten gedauert und war so interessant wie ein Besuch beim Friseur. Irgendwie stimmt hier die Chemie nicht mit den Leuten die man hier trifft. Anyway..!

Es ging, wie sollte es anders sein, auf Asphalt in Richtung Küste. Vorbei an einem schönen Biotop folgten wir der Kasperroute nach Sant Vincente de la Baquera. Nach einem kleinen Frühstück und zwei Café Americano betraten wir die Stadtgrenze um sie dann auch gleich wieder zu verlassen. Immer noch auf Asphalt laufend (wieso erwähne ich das eigentlich ständig? Es versteht sich ja mittlerweile von selbst!), erreichten wir La Acebosa. Was ich erstmal brauchte war Wasser, was auf diesem Weg nicht so einfach zu finden ist. In der Zwischenzeit stiegen die Temperaturen auf lustige 26 Grad an und der Körper verlangte seinen berechtigten Liquidausgleich. Also qua

tschte ich zwei vor einem Haus sitzende Typen an, die dachten, wir würden den Weg nicht finden. Sie zeigten uns die Zapfstelle, welche versteckt hinter einem Parkplatz lag. Nach kurzer Kopfdusche und einem erfrischenden Schlöckchen wollten wir gerade die Rucksäcke satteln, als ein Pärchen der letzten Tage unseren Weg querte. Sie Brasilienerin, er Franzose. Mit ihnen haben wir mittlerweile bereits 3x eine Herberge geteilt, letztmalig erst letzte Nacht.

Zusammen gingen wir Richtung Serdio weiter. Hier suchten wir die Albuerge Municipal auf, nur um festzustellen, das diese verschlossen war. Ein kurzer Blick in den Reiseführer besagte, das man sich in einem Restaurant an der Kirche den Schlüssel holen muss. Arschkarte, denn das hatte ebenfalls zu. ?

Am Ortseingang war mir eine Pension aufgefallen, bei der wir versuchten ein Zimmer zu bekommen. Das war der Jackpot!? Ein Hammerzimmer mit Abdendessen und Frühstück für 28€ p.P.! Das Pilgerleben kann auch mal Luxuriös sein, denn die Wege des Herren sind unergründlich!!! Haha!

Achja, unserem brasilianisch französischem Pärchen haben wir natürlich Bescheid gesagt. Sie sind ebenfalls so begeistert wie wir von der Unterkunft. Die deutsche Nickelbrille, der morgens nicht mal ‚Tach‘ sagen kann und auch sonst nicht viel mit uns redet, wünsche ich hiermit viel Erfolg auf den nächsten 8km bis zur nächsten Herberge.. Muahaha!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.