Sobrado dos Monxes – Arzua

Immer später klingelt der Wecker. Nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Mitpilgern. Gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Nicht in Richtung Arzua, sondern in Richtung der nächsten Bar zum Frühstück. Hier angekommen, treffen wir unseren Brasilianer (Name unbekannt), der uns bereits in den letzten Tagen mehrfach über den Weg lief und mit dem wir ebenfalls in mehreren Herbergen übernachtet haben.

Wir gehen weiter durch zugewachsene Wälder und Strassen und erreichen schliesslich Boimorto, an dessen Platz wir eine Pause einlegen. Zoey, eine Schweitzerin, gesellt sich zu uns und auch unser Brasilianer erfreut uns mit seiner kurzen Anwesenheit. Mit Zoey gehen wir (ich) ca. 12 km zusammen weiter. Sie erzählt mir von ihrem Job als Psychoterapeutin und das sie zwei Bauleiter als Patienten hat, die an Burnout leiden. Bingo! Das perfekte Thema, da ich aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als solcher zu berichten weiß. Kurz vor Arzua trennen sich wieder unsere Wege. Die Therapie war erfolgreich und ich fühle mich besser ?.

In Arzua ist unser einsames Pilgerleben beendet, denn hier treffen Camino del Norte und Frances aufeinander. Schlagartig beschleicht einem das Gefühl, das Spanier mehr Pilger als Einheimische hat. Ist schon lustig.

Vorher jedoch kommen wir an einen Markt vorbei, wo mehrere Garküchen geöffnet sind und ihre gekochten Pulpo’s (Tintenfische) und SpareRibs anbieten. Also rein da und den Wanst vollgeschlagen. Dazu allerfeinsten Rotwein (Vino del Tinto), der so Rot war, das man seinen Tagesbericht damit hätte verfassen können. Der Kellner wollte mein Trinkgeld erst gar nicht annehmen, aber nachdem ich die Rücknahme verweigert habe, wurden wir noch mit einem Kaffe und einer Flasche Orucho verwöhnt.

Zweiter Bingo!

Eingecheckt haben wir in einer 2014 eröffneten Albergue, welche nicht mal in unseren Reiseführern steht, aber Top ausgestattet ist. Und nach den traditionellen Betteinrichten und Duschen wurde die Stadt unsicher gemacht und über die Eintagspilger gelästert. Hehe!


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Die Koereaner sind auch wieder da ?  
Predigt verpasst…LOL ??

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Thomas und der Senior beim Abendmal.
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A Roxia – Sobrado dos Monxes

Viel zu berichten gibt es leider nicht, außer das wir Kaiserwetter hatten! Aufgrund unseres heutigen Tagespensum von lediglich 15 km, entschieden wir uns, unser Frühstück erst gegen 9 Uhr bei unserer Gastgeberin zu ordern. Zusammen mit Thomas und Christine machten wir uns im Anschluss auf den Weg nach Sobrado d.M..

Erst ging es noch über Feldwege ein paar Kilometer bergauf, dann hatte uns jedoch die Straße wieder in fester Hand. Es ist nicht immer ganz ungefährlich hier auf der Strasse zu laufen, da es selten Bürgersteige oder Warnschilder gibt, die die Autofahrer davor warnen, das Sie diese mit Pilgern teilen müssen. Insbesondere die Kurven sind ein Problem. Hier muss man ständig damit rechnen, das einen die Autos erst sehr spät erkennen. Also hüpft man ständig von einer Seite auf die Andere um auf der Kurvenaussenseite zu laufen. Macht vor allem bei Serpentinen Spaß ?!

Egal! Wir sind schliesslich nach einigen Pausen an unseren Zielort angelangt, wo die ursprüngliche Idee war, in der Herberge des hiesigen Klosters unterzukommen. Diese öffnete ihre Pforten jedoch erst gegen 16.30 Uhr und da es erst 13.30 Uhr war und wir keine Lust hatten dumm rumzustehen, gingen wir eine Herberge weiter und freuten uns über die Annehmlichkeiten der modernen Welt. Später hatten wir uns das Kloster und die dazugehörige Kirche aber doch noch angesehen und einige bekannte Pilger wiedergetroffen. Sehr schön!

Hier die Bilder:


Baamonde – A Roxia

Ein perfekter Tag zum Pilgern! Wir sind heute 25,5 km gewandert. Das gab es schon sehr lange nicht mehr ?.

Aber zurück zum vorigen Abend! Gestern haben wir Christine und Thomas kennengelernt. Ein Pilgerpaar aus Deutschland (woher auch sonst, hier rennen ja fast nur Deutsche rum). Wir waren Abends in einem Restaurant zusammen essen und ich habe mir ausnahmsweise mal kein Pilgermenü bestellt, sondern Miesmuscheln, welche ich vorab bereits als Tapas zum Cerveza bekommen hatte. Einfach nur saulecker. Ich hätte mich reinlegen können. Ha, und das war nur die Vorspeise (Primeros, wie der Spanier sagt). Als Secundo, also zweiter Gang gab’s dann ein Schnitzel, mit den hierzulande allseits beliebten, vor Öl triefenden, Pommes. Kennen die eigentlich nichts anderes? Na egal! So gut gelaunt war ich schon lange nicht mehr nach der Pilgerspeisung!

Zurück in der Herberge lernten wir dann noch Ewan kennen. Ein Schweizer, der mit seinen Klamotten unsere ganze Bude zugestinkert hat. Komischer Vogel, aber ganz nett. Er läuft den Norte rückwärts, also von Santiago aus in Richtung Irun. Was es bringt weiß ich nicht, ausser das man sich ständig den Hals verrenkt um die Pfeile zu sehen?! Naja, jedem sein Gustos.

Heute früh machten wir uns dann Richtung Miraz auf, das ca. 15 km entfernt von Baamonde liegt. Anfangs ging es wieder einmal nur auf der Landstraße weiter. Nachdem wir dann aber den 100 km Stein passiert hatten, wurde es interessant.


Ein Waldweg folgte dem nächsten, jeder unterschiedlicher als der vorangegangene. In Miraz angekommen, brauchte ich dringend ein Klo, aber da die Herberge erst gegen 15 Uhr öffnet war man genötigt in die nahegelegene Bar einzukehren. Wir machten uns auf, die fehlenden 10 km bis zur nächsten Herberge in A Roxia anzugehen.

Überraschenderweise wechselte das Landschaftsbild in eine Hochebene mit tollen Aussichten. An einem verlassenen Hof richteten wir uns häuslich ein, um eine größere Pause einzulegen und erstmalig die Ruhe ohne Zivilisationsgeräusche zu genießen. Dies gelang auch, denn erstmalig läuft man hier weit weg von irgendeiner nervigen Autobahn.

Nach weiteren 7 km erreichten wir unser Ziel A Roxia und sind überrascht, wie modern und sauber die Herberge ist.

Einen neuen Freund habe ich hier auch schon gefunden.

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