Arzua – A Rua

Oje, jetzt sind wir auch schon zu Luxuspilgern mutiert. Anstatt mit 100 anderen ein Klo teilen zu müssen, sind wir auch lieber in einer Art „Hotel“ kurz vor dem eigentlichen Etappenziel Pedrouzo eingekehrt. Was soll’s, wir haben halt keine Lust und müssen auch den Preis dafür zahlen. Damit meine ich nicht die 35€ für’s Zimmer, sondern die Location mit einem Haufen amerikanischer „Oooh it’s awesome and unbelievable“ Knallis im Rentenalter teilen zu müssen. Ein schweres Los. Damit noch nicht genug, die können sogar mit ’nem Fussball umgehen! Frechheit!

Was ist noch so passiert? Nichts, ausser das wir Thomas und Christine ein paar mal über den Weg liefen und wir uns morgen in Santiago treffen wollen. Das Wetter ist genial 21 Grad und Sonnenschein und wir haben Sonnenliegen. Was will man mehr? Ein vernünftiger Caipi wäre ganz nett ?!

Oh man sind wir verweichlicht! Wir grübeln immer noch darüber, wie wir unseren Frauen bei der Heimkehr erklären sollen, warum wir nicht abgenommen haben… LOL!

Sorry Schatz!

 

Sobrado dos Monxes – Arzua

Immer später klingelt der Wecker. Nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Mitpilgern. Gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Nicht in Richtung Arzua, sondern in Richtung der nächsten Bar zum Frühstück. Hier angekommen, treffen wir unseren Brasilianer (Name unbekannt), der uns bereits in den letzten Tagen mehrfach über den Weg lief und mit dem wir ebenfalls in mehreren Herbergen übernachtet haben.

Wir gehen weiter durch zugewachsene Wälder und Strassen und erreichen schliesslich Boimorto, an dessen Platz wir eine Pause einlegen. Zoey, eine Schweitzerin, gesellt sich zu uns und auch unser Brasilianer erfreut uns mit seiner kurzen Anwesenheit. Mit Zoey gehen wir (ich) ca. 12 km zusammen weiter. Sie erzählt mir von ihrem Job als Psychoterapeutin und das sie zwei Bauleiter als Patienten hat, die an Burnout leiden. Bingo! Das perfekte Thema, da ich aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als solcher zu berichten weiß. Kurz vor Arzua trennen sich wieder unsere Wege. Die Therapie war erfolgreich und ich fühle mich besser ?.

In Arzua ist unser einsames Pilgerleben beendet, denn hier treffen Camino del Norte und Frances aufeinander. Schlagartig beschleicht einem das Gefühl, das Spanier mehr Pilger als Einheimische hat. Ist schon lustig.

Vorher jedoch kommen wir an einen Markt vorbei, wo mehrere Garküchen geöffnet sind und ihre gekochten Pulpo’s (Tintenfische) und SpareRibs anbieten. Also rein da und den Wanst vollgeschlagen. Dazu allerfeinsten Rotwein (Vino del Tinto), der so Rot war, das man seinen Tagesbericht damit hätte verfassen können. Der Kellner wollte mein Trinkgeld erst gar nicht annehmen, aber nachdem ich die Rücknahme verweigert habe, wurden wir noch mit einem Kaffe und einer Flasche Orucho verwöhnt.

Zweiter Bingo!

Eingecheckt haben wir in einer 2014 eröffneten Albergue, welche nicht mal in unseren Reiseführern steht, aber Top ausgestattet ist. Und nach den traditionellen Betteinrichten und Duschen wurde die Stadt unsicher gemacht und über die Eintagspilger gelästert. Hehe!


IMG_1115
Die Koereaner sind auch wieder da ?  
Predigt verpasst…LOL ??

IMG_1118
Thomas und der Senior beim Abendmal.
IMG_1119

A Roxia – Sobrado dos Monxes

Viel zu berichten gibt es leider nicht, außer das wir Kaiserwetter hatten! Aufgrund unseres heutigen Tagespensum von lediglich 15 km, entschieden wir uns, unser Frühstück erst gegen 9 Uhr bei unserer Gastgeberin zu ordern. Zusammen mit Thomas und Christine machten wir uns im Anschluss auf den Weg nach Sobrado d.M..

Erst ging es noch über Feldwege ein paar Kilometer bergauf, dann hatte uns jedoch die Straße wieder in fester Hand. Es ist nicht immer ganz ungefährlich hier auf der Strasse zu laufen, da es selten Bürgersteige oder Warnschilder gibt, die die Autofahrer davor warnen, das Sie diese mit Pilgern teilen müssen. Insbesondere die Kurven sind ein Problem. Hier muss man ständig damit rechnen, das einen die Autos erst sehr spät erkennen. Also hüpft man ständig von einer Seite auf die Andere um auf der Kurvenaussenseite zu laufen. Macht vor allem bei Serpentinen Spaß ?!

Egal! Wir sind schliesslich nach einigen Pausen an unseren Zielort angelangt, wo die ursprüngliche Idee war, in der Herberge des hiesigen Klosters unterzukommen. Diese öffnete ihre Pforten jedoch erst gegen 16.30 Uhr und da es erst 13.30 Uhr war und wir keine Lust hatten dumm rumzustehen, gingen wir eine Herberge weiter und freuten uns über die Annehmlichkeiten der modernen Welt. Später hatten wir uns das Kloster und die dazugehörige Kirche aber doch noch angesehen und einige bekannte Pilger wiedergetroffen. Sehr schön!

Hier die Bilder: