Zeit für ein Fazit …

Nachdem wir nun die 100 km Marke passiert haben wird es mal wieder Zeit ein Fazit zu ziehen.
Den Camino Frances kann man machen, muss man aber nicht.
Leider kam er oftmals nicht so rüber, wie ich es mir vorgestellt hatte. Beispielsweise bin ich doch sehr darüber enttäuscht wie oft man an irgendeiner doofen Strasse entlanglatschen muss, um an sein Ziel zu kommen. Wie hierbei irgendjemand auch nur ansatzweise einen Sinn sieht, sei mal dahingestellt. Als nächstes merkt man dem Camino doch sehr an, wie sehr er mittlerweile kommerzialisiert wurde. Ich weiss ja, jeder will ein Stück vom Kuchen abbekommen, darüber sollte man jedoch den Ursprung des Ganzen nicht aus dem Auge verlieren. Wer hat sich eigentlich einfallen lassen, das man mit dem Fahrrad auch Pilgern kann? So ein Schwachsinn! Die Typen tauchen hinter einem aus dem nichts auf , haben nicht mal ’ne Klingel und erwarten das man gleich in den Graben springt wenn sie endlich mal abschuessiges Gelände haben und Gas geben können. Ich frage mich was die eigentlich ankreuzen wenn sie am Tage der Compostellavergabe gefragt werden, warum sie denn gepilgert sind…aus religiösen, kulturellen oder sportlichen Gründen (danach orientiert sich was man für eine Compostella erhält…die religiöse ist die hübschere!).
Nach dem heutigen Tag habe ich für mich eh aufgehört nach dem Sinn des Camino zu suchen, da es jetzt nur noch darum geht, Abends einen Platz in der Herberge zu bekommen. Issen richtig schöner Abschluss der Reise…
Also wenn ich irgendwann nochmal das Bedürfnis haben sollte wandern gehen zu müssen, dann fahr ich in die Alpen. Soviel steht fest!
Jetzt lernt man auch nicht mehr so viele Leute kennen wie an Anfang. Aber will man das überhaupt noch? Wenn man sich beispielsweise mit jemanden unterhaelt der gerade erst gestartet ist und man selbst ist bereits seit drei Wochen unterwegs, dann stellt man fest, das der Neustarter sich über Dinge unterhalten will (Arbeit, Blasen,etc.) auf die man keine Lust mehr hat. Man war ja selber nicht anders zu Beginn, aber nach 4 Wochen verändert man sich halt doch.

So, wir müssen jetzt los…

Buen Camino …

Portomarin – Pallas de Rei

Ach was war das schoen heute morgen duschen zu können. Und nachdem ich mein Unterhemd vom Vordach unseres Zimmers mittels Wanderstock zurueckgeangelt hatte konnten wir auch sogleich starten. Konnten wir? Nee, konnten wir nicht! Denn unser freundlicher aber unzuverlaessiger Zimmervermieter verspätete sich um locker eine halbe Stunde als am Abend vorher zugesagt. Also ging es erst ab viertel nach acht auf den Camino. Anyway…
Etwas war anders an diesem Tag als sonst. Lag es an dem Wetter, welches anders als sonst mal bewölkt war? Nein! Es lag wohl eher an dem Pilgerstrom, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Viehtrieb hatte. Wo kamen die jetzt bloss alle her, fragten wir uns?!
Sind die alle mit dem Bus gefahren? Etwa mit dem hier 🙂

image

image

image

image

image

image

image

Nachher kommt noch mehr…

… Fortsetzung:

Wir alle waren uns heute darüber einig, das die ganze Geschichte auf den letzten Kilometern ziemlich nervig werden wird. Ist aber auch zum Kotzen, wenn man sich erst 680 km abschindet und auf den letzten Metern kein Bett mehr in einer Herberge bekommt wenn man nicht reserviert hat.
Für heute haben wir reserviert! Unsere Freundin Begona hatte gestern für uns alle, also für uns, Silvio + Camelino und ihre Kinder gleich ein ganzes Zimmer klargemacht ;). Beziehungen sind doch immer wieder etwas schönes.

Buen Camino …