Itero de la Vega – Villalcarza de Sirga

Heute war der heisseste Tag unserer Reise. Bei gefuehlten 38 Grad ging es vorbei an den oeden Weizenfeldern der Meseta. An Laufkilometern schafften wir dennoch lockere 29 km. Allerdings pfiffen wir am Ende auf dem letzten Loch. Da es auf den letzten Metern leider kein frisches Wasser gab, waren wir gezwungen die lauwarme Brühe aus unseren Verraeten zu trinken. Wasser ansich kann einem schon auf den Sack gehen, aber wenn es dann noch warm ist…Naja, ich sach jetzt mal nichts mehr.
Der Morgen des Tages begann für mich bereits nicht allzu positiv, da ich kotzend über der Kloschuessel hing und alles herauskam was ich den Vorabend zu mir genommen hatte. Das war hauptsächlich Rotwein, da an dem Abend eine Fiesta im Dorf war und es das Gesoeff umsonst gab, inklusive einem kleinem Halstuch das alle an dem Abend trugen. Es gab Livemusik und kleine Brötchen mit Chorizzowuersten und Schweinefleisch.. Alles umsonst..wer kann dazu schon Nein sagen?!
Zurück zum heutigen Tag! Wir verließen unsere Herberge gegen 7.30 Uhr und pilgerten in Richtung
Biadilla del Camino. In Fromista tankten wir etwas Geld und frühstückten unseren allseits beliebten Bocadillo, der uns so langsam zu den Ohren rauskommt (Bocadillo= Weissbrotbaguette mit Belag..sehr trocken!). Nach kurzem Stop zur täglichen Behandlung unserer Füsse,ständig hat man neue Probleme; machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Villalcazar de Sirga. Unsere Füsse schmerzen nur noch und so schleppen wir uns auf den letzten Metern über die Ziellinie. Ich und der Senior kamen darin überein, das es heute ein Scheisstag war.

Buen Camino…

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Die Weite der Meseta..

Aus unserer idyllischen Herberge San Bol sind wir heute morgen gegen 7 Uhr gestartet. Es war mal etwas anderes direkt in der freien Natur zu stehen und nicht erst durch ein Dorf oder eine Stadt krauchen zu müssen. Über Hontanos ging es weiter über die Weite der Meseta. Ich hasse es wenn unser Wanderfuehrer ständig Recht hat. Die Meseta verfügt wirklich über keinen Schatten oder Baum unter den man sich mal stellen könnte. Stattdessen wird man ständig von Fliegen genervt, die sich die daemlichsten Stellen zum Verweilen aussuchen. Vorzugsweise im Gesicht!
In Ivo de la Vega einem kleinen Kaff in dieser Einoede sind wir letztlich in einer Herberge abgestiegen, die von moechtegern Alternativos geführt wird. Sauberkeit wird hier leider klein geschrieben. Es ist ja zum Glück nur für eine Nacht und ich und der Senior haben vielleicht das Glück, heute ein Zimmer für uns alleine zu haben. Mal sehen.
Ansonsten sind die Leute die solche Laeden führen wie fast überall, unfähig der englischen Sprache und dem Begriff Buesinessfuehrung. Naja, Dorfies halt…
Aber kiffen koenn se wie ich gerade feststelle…
Wettermaessig kam es heute zu einer rapiden Änderung. Ausgerechnet wenn man die ganze Zeit durch die Sonne latscht werden es knapp 30 Grad. Das ist doch was, oder!?

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Heute nur ein Foto, weil es hier überall gleich aussieht. Das richtige Fotoalbum wird dann ja sowieso noch fertiggestellt wenn wir wieder da sind…

Buen Camino …

Nachtrag: Upps, das Foto war von gestern…sorry..aber hier sieht eh alles gleich aus! 😉

Burgos – San Bol

Eigentlich war unser Hauptziel für heute Hontanos. 31 km entfernt von Burgos. Mir machte meine Achillesseene am linken Fuß sehr zu schaffen. Ein ständiger  Druck meiner Stiefel zwang mich ständig dazu eine Pause einzulegen. In Horillos kam dann Francesco ein netter uriger Typ aus Italien auf mich zu und bat mir eine Massage an. Nachdem er einige Akkupressurpunkte an meinem Fuß durchgeknetet hatte ging es dann auf einmal wieder. Dennoch sind wir die eigentliche Distanz nicht durchgelaufen sondern blieben in der Herberge San Bol in der Steppe der Meseta. Die Herberge liegt in absoluter Abgeschiedenheit jeglicher Besiedlung. Kaum zu finden wenn man nicht weiß wonach man suchen muss. Waschen kann man sich am Brunnen. Elektrik gibt es nur 2 Std. lang Tag…es ist genial. Dem Hospitalero habe ich dann auch gleich erstmal geholfen, das wir überhaupt Wasser haben. Als wir hier ankamen ging irgendwie nichts. Es war aber nur ein Ventil vom Wassertank abgedreht. No Problem für einen alten Gas-Wassermann wie mich.
Ich hoffe, das ich heute endlich mal einen richtigen Sternenhimmel zu sehen bekomme. Dann wäre der Ort perfekt.
Kennengelernt haben wir hier ein französisches Pärchen von dem man sich mal wieder wundert wer alles den Camino läuft. Er sieht aus als wuerde er in einer Rockerbar als Rausschmeisser arbeiten und sie als wuerde sie alle Shops des Champ Ellysee kennen, weil sie die beste Kundin ist. In Wahrheit läuft er den Weg bereits das 17. Mal. Surprise Surprise!

Ich denke hier zu bleiben in dieser Abgeschiedenheit, war die beste Idee seit Langem. Nur der ständige Wind und die Fliegen nerven etwas..

Buen Camino ..

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Nachtrag: Ich habe einen Fanclub. Die zwei japanischen Schwestern die wir immer wieder mal treffen wollten gestern unbedingt ein Foto mit mir, weil sie sehr grosse Fans von mir sind. Keine Ahnung warum!?