Belorado to Ages ..

Heute haben wir mal wieder 28 km gemacht. Ich muss sagen, wir kommen immer besser in den Tritt. Vaddern hatte zwischendurch mal wieder mit einer neuen Blase zu kämpfen, die wir jedoch in einer ausserordentlich gelungenen Blasenaufstechoperation loesen konnten. Auch darin werden wir immer besser.
Landschaftlich hatte sich das Bild in der heutigen Etappe gänzlich verändert. Sind wir gestern noch entlang abgeernteter Weizenfelder gekoppelt, ging es heute überwiegend durch ein Waldgebiet. Ich war aber froh als ich endlich mal wieder etwas mehr Aussicht bekam. Fotos kann ich heute leider nicht meinem Bog beilegen, da mein Handy den Geist aufgab :(.
In San Juan de la Ortega liessen wir uns von einer spanischen Pilgerin in Sachen Essen beraten. Dadurch bekamen wir ausser ständigen Boccadillos auch mal etwas vernünftiges zu Essen. Nämlich Blutwurst. Eine Spezialität in Burgos. Äusserst lecker, wenn man ständig immer nur diese Pilgermenues bekommt. Jetzt sitze ich mit ein paar Italienern in einer Bar in Ages und warte auf den Feierabend. Der Senior hat endlich auch mal wieder jemanden zum reden gefunden. In unserer Herberge gibt es einige deutsche Pilger die auch noch zufällig aus Berlin kommen.

So, Feierabend.

Buenos Camino ….

Hier nun doch noch zwei Fotos als Nachtrag. Unsere neuen Freunde:

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Santa Domingo de la Calzada – Belorado …

Mit gerade einmal 23 km, gesellt sich die heutige Wanderung in die eher einfacheren Wege ein. Wo wir gestern noch durch die Weinberge der Rioja pilgerten, konnten wir heute nun durch die Kornkammer Spaniens tappern. Leider führte der Weg grösstenteils entlang der Hauptstraßen, was auf Dauer etwas auf’s Gemüt schlägt. In Belorado angekommen tobte bereits eine lustige Party auf dem Dorfplatz und wir liessen es uns nicht nehmen bei einem kleinen Bierchen dem lustigen Treiben unseren Tribut zu zollen. Und das, bevor wir unsere Unterkunft suchten. Abgestiegen sind wir nun in einer Herberge, dessen Herbergsvater eine gute Werbeidee auf dem Weg hierher hatte. Ein paar Kilometer vor der Stadt kam uns ein Auto entgegen und ich und der Senior fingen schon an zu meckern warum der Idiot uns einstauben muss, wenn doch gleich daneben eine asphaltierte Strasse langfuehrt. Auf einmal hielt der Fahrer des Wagens mir eine Wasserflasche entgegen mit dem Hinweis, das dort der Name der Herberge draufsteht. So viel Einfallsreichtum muss belohnt werden. Cuatro Cantones heisst die Auberge, die ich an dieser Stelle auch gleich mal empfehlen möchte (nicht bloss wegen der Werbekampagne).
Gerade haben wir auch unsere Esoterikerin im Garten sitzen gesehen und uns lieber entschlossen auf Abstand zu bleiben um nicht gleich wieder über den Sinn des Camino philosophieren zu müssen. Mal ist es ja ganz lustig, aber nicht dauernd.
Achja, wir haben heute einen neuen Landkreis erobert und sind jetzt in der Castilla y Leon. Wieder ist ein weiterer Meilenstein auf unserem langen Weg nach Santiago  geschafft und wir werden immer besser. Wo man noch vor einer Woche gestoehnt hätte wenn man weiss man muss noch 8 km laufen, sagt man sich jetzt… ‚OK, dann isses eben so‘. Faszinierend wie egal alles wird.

So, hier noch die Bilder des heutigen Tages…

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Nachtrag:
Wir haben heute mit zwei Engländern zusammen Abend gegessen. Wie sich herausstellte, war es ein Vater mit seiner Tochter, die so ziemlich die gleiche Vorgeschichte wie wurde haben. Daddy wollte und sie kam mit ihm. Ist bestimmt ein Zeichen gewesen. War ein sehr nettes Abendessen!

Ventosa nach Santa Domingo de la Calzada….

30 km standen heute auf unserem Tacho nach der Ankunft in San ..   sowieso. Nach den üblichen Ritualen, Duschen-Umziehen-Orientieren…sitzen wir nun in Bar Nr.2 und warten darauf das es 7 Uhr wird um unser leckeres Pilgermenue einzunehmen.
Unsere gestrige Herberge in Ventosa glich einem Krematorium als ich abends nach dem Bloggen und Facebookeln wieder auf das Zimmer kam. Ein Franzose lag uns am Morgen darauf so richtig am Herzen. Der zog schon ’ne Fresse bevor er aufstehen musste. Keine Ahnung wie das geht, aber er konnte es.
Am morgen gingen wir bei ca. 10 Grad Aussentemperatur los. Es war saukalt. Später erwärmte es sich zwar ein bisschen, jedoch war an Jacke ausziehen nur temporär d’ran zu denken. Unterwegs trafen wir in Najera eine alte Bekannte aus Roncesvalles, Katharina. Sie hingte und meinte, das die Achillessehne ihr zu schaffen mache und sie mit dem Bus in den nächsten Ort fahren muss. So kann’s gehen wenn es schief läuft.
In einem Ort konnte man die gesamte spanische Wirtschaftsmisere erkennen. Ciruena hiess er. Gott, so viele zu vermieten oder zu verkaufende Häuser habe ich bislang noch nicht gesehen. Was haben die eigentlich geglaubt für wen die das alles bauen? Eine völlige Totenstadt..
Anyway…hier noch Bilder.

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Achso, wir haben jetzt die 200 km geknackt.