Fazit nach 1 Woche…

Man denkt ja immer, das mit mehr als einer Person im Zimmer niemals schlafen könnte oder nicht mehr als 2 Kilometer bis zum nächsten Kiosk laufen könnte. Aber hier sucht man das sogar freiwillig aus. Wir waren gestern beispielsweise kurz am überlegen in ein Hotel zu gehen. Stattdessen gingen wir aber dann doch lieber in eine Herberge mit über 20 Leuten in einem Schlafsaal und einer Unisextoillette. Es macht einfach mehr Spaß die anderen Pilger zu treffen und einen kleinen Tausch zu halten oder Abends zusammen zu essen. Auch das laufen wird, ich will nicht sagen leichter, aber zu einer Gewohnheit. Heute sind sogar schon am überlegen, mal wieder eine 30 km in Angriff zu nehmen. Dies hat allerdings auch den Grund, das wenn man zu früh am Zielort ist, die Restaurants alle bereits geschlossen sind (Siesta).
Geht man die 30, dann sind wir i.d.R. gegen 16.30 Uhr da, können duschen uns ausgehfein machen und um 19 Uhr beim Pilgermenue sitzen.

Tja, das sind also die Probleme mit denen sich der Pilger der Neuzeit also beschäftigt!?…

Kochen kommt im Übrigen nicht in Frage auf unserer Reise! Lediglich ein belegtes Baguette zu schmieren geht noch.

Heute liege ich mit drei Schnarchern auf einem Zimmer. Bin gespannt wie ich diese Situation ueberstehe. Vielleicht sind morgen ja drei Pilger weniger auf dem Weg…

… Ventosa…

Es ging heute also „nur“ nach Ventosa. 20 km entfernt von unserem Ausgangsort. Die Strecke führte leider den Grossteil an der Autobahn entlang. Auf Dauer ging das ein wenig auf den Nerv. Der Senior meinte auch schon, das man auch haette den Bus nehmen können. Recht soll er damit haben.
Als kleines Highlight des Tages sind wir an einem Feuer vorbeigelaufen, das sich zwar noch nicht gross ausgeweitet hatte, aber in der Entwicklung war. Jedenfalls hopsten einige Einheimische hektisch in der Gegend rum und schlugen mit Büschen auf den Boden herum. Hat aber nichts gebracht…und wir bekamen trotzdem den Rauch ins Gesicht. Andere Pilger die hinter uns liefen, erzählten uns, das bei ihnen bereits die Feuerwehr vor Ort war…
Die Herberge in Ventosa ist sehr zu empfehlen. Man spricht Deutsch. Also, die Pilger nicht die Herbergseltern! Endlich hat der Senior auch mal jemanden zum reden gefunden. Ich habe mich zu einer Italienerin mit den Namen Clara gesetzt. Nette Frau, bei der ich mal wieder fleißig mein aufgearbeitetes Englisch ausprobieren konnte. Es klappt immer besser. Essen waren wir bereits auch schon. In einem kleinen und sehr sympathischen Restaurant welches von nur einer Person geführt wurde. Es war sehr lecker. Aber irgendwie hatte ich ständig ein schlechtes Gewissen wenn ich etwas bestellt habe, da die gute Frau sich nen Wolf rennen musste um auch die anderen Gäste zu versorgen. Lecker war es trotzdem!
Man gucken was der morgigen Tag bringt…

Buenos Camino …

Hier noch ein paar Bilder:

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Logrono nach …

Über Nacht hat es sich wahnsinnig abgekuehlt. Es ist 7 Uhr und ich friere mir vor der Herberge sitzend den Hintern ab, mit meinem Automatenkaffee. So langsam kommt man auf den Geschmack mit dem Zeug. Cafe Logo heisst das Gesoeff, das mit viel Zucker aus dem Suspensorium in einen viel zu kleinen Becher gepresst wird. Na, dann wollen wir mal wieder. Erstaunlich ist, das der Senior schon so frühe am Morgen immer etwas zu meckern findet. Erst war es das Licht was morgens nicht gleich anging und jetzt ist es ein Hund der über den Rasen tapfer um sich zu erleichtern. Das wird sich wohl bis zum Ende der Reise leider nicht ändern.
Anyway….