San Esteban – Cadavedo

Nachdem wir unser völlig überteuertes Hari Krishna Häuschen heute morgen verlassen hatten, schlugen wir den Weg, abseits des Camino, entlang der Küste ein. Wir sind allerdings nicht allzu weit gekommen, denn schon nach 15 Minuten setzte der Regen wieder ein. Fluchtartig stellten wir uns unter einen Hauseingang und warteten ab, ob es aufhören würde. Tat’s aber natürlich nicht. Erst als wir unsere Regenpellen anhatten und 50m weiterliefen hörte es wieder auf. War ja klar!

Wir folgten der Route entlang des Hafeneingang und schleppten uns die endlosen Treppen zum dortigen Aussichtspunkt hoch. Hier angekommen, pulten wir uns die Regenpellen wieder vom Leib, bevor sie von unseren Ausdünstungen durchnässt waren und genossen die Aussicht auf die Küste.

Weiter ging es entlang des ausgeschilderten Wanderweges, welcher uns an einigen Stellen so einiges abverlangte, da es steil bergauf und bergab ging.

Nach einiger Zeit erreichten wir den Ort El Pitu, der uns mit einigen Prachtanlagen, sowie einer kathedralartigen Kirche überraschte, mit der wir gar nicht gerechnet hatten. Eine Frau kam aus der Kirche und schloss die Tür ab. Als ich sie nach einem Stempel fragte, verwies sie mich an ein Haus in der Randlage. Nachdem ich bereits an der Tür klingelte, meinte der Senior, das dies der Sitz der Guardia de Civil sei. Prompt öffnete ein Beamter in Uniform die Tür. Ich zeigte ihm die Credencial und machte eine stempelähnliche Handhaltung mit dooffragendem Blick. Freudig bat er uns in sein Büro, zückte sein Stempel und knallte uns einen Abdruck in die Papiere! Genial!?

Wir machten uns dankend auf den Weg Richtung Soto de Luina, wo wir aber nie ankamen. Stattdessen setzten wir uns in die Bahn, zusammen mit einem deutschen Pilger den wir bereits am Morgen kennengelernt hatten und einem Pärchen aus Ungarn, die an der Haltestelle dazukamen. Mit ihnen fuhren wir bis nach Cadavedo und suchten die Appartementsiedlung Casa Carina auf.

Die Ungarn wollten eigentlich in der Albergue Municipal übernachten, entschieden sich dann aber aufgrund der hygienischen Zustände dann doch für die Casa. Recht sollten sie haben, denn der Laden ist Spitze. Absolut top eingerichtete Appartementbungalows mit einem saunetten Vermieter, der uns sogar zum Supermarkt gefahren hat und uns den schönsten Aussichtspunkt der Gegend zeigte! Genial und absolut empfehlenswert auch für Nichtpilger! Achja, 30€ für 2 Personen. Da kann man nicht meckern. Gracias.

 

Aviles – San Esteban

Heute war Regentag. Ab 10 Uhr ging es los und prasselte bis ca. 15 Uhr auf uns ein. Leider musste ich bei Ankunft in Soto del Barco feststellen, das ich trotz Regenklamotten auch von Innen nass war. Als wir dann in San Esteban ankamen, einem kleinen Küstenort, wollten wir ursprünglich in die Jugendherberge einkehren. Diese sah jedoch bereits von außen danach aus, als müsste demnächst die Abrissbirne anrücken. Wir klopften dennoch an die Tür, aber da sich niemand meldete rückten wir wieder ab. Zum Glück! Denn alle meine Spinnensensoren weigerten sich auch nur eine Minute in diesem Kabuff zu verbringen.

Auf Nachfrage in einer Bar, sagte man uns das es ein Hotel in dem Ort gebe, welches aber nicht billig sei. Jetzt sind wir in einem indischen Schrein untergebracht, der vor Duftkerzen die Fliegen von den Wänden fallen lässt.

Naja, es ist trocken und sauber und die Dusche ist warm. Mehr kann / will man nicht verlangen.

Achja, meine Goretex Schuhe sind schrott (Gruß an die Fa. Meindl). Meine Socken und Einlegesohlen sind durch. Na was für ein Glück, das wir einen Fön auf dem Zimmer haben!