Colunga – Villaviciosa

War das ein Scheisstag! Morgens sind wir aus unserem Hotel auf die dunkle Strasse geschlichen. Ausser zwei einsamen Pilgern war von Zivilisation nichts zu sehen (die 2 waren wir!). Wir liefen ca. 10 km in ständiger vertikal ausgerichteter Haltung immer nur bergauf. Immer bergauf. Und bergauf. Endlos zog sich diese Sch*${#] hin.

Wir erreichten irgendwann Sebrayu, dem eigentlichen Etappenziel unseres Reiseführers für den gestrigen Tag. Wie sich herausstellte, besteht dieser Ort lediglich aus der Herberge. Keine Bar, kein Café, kein Brunnen oder ähnliches wo man mal etwas zu sich hätte nehmen können.

Entgeistert und in Schweigen versunken folgten wir unserem Weg bis nach Villaviciosa, ca. 20km von unserem Ausgangsort entfernt. Hier angekommen gehörte das erstbeste Café uns. Wir entschieden, hierzubleiben und das Schicksal nicht weiter zu fordern. Morgen werden wir mit dem Bus bis nach Gijon fahren, hierzu habe ich heute bereits den Busbahnhof ausfindig gemacht.

Fazit: Die beschriebenen Aussichten unseres Reiseführers nerven (ehrlich gesagt siehts hier aus wie in Bayern).

Noch zu erwähnen wäre, das hier in Villaviciosa gerade ein Apfelfestival ist. Die  Idee war auch eigentlich sich das ganze Spektakel zu Gemüte zu ziehen, aber bei gerade einmal 10 Standbuden war die Partylaune schnell wieder gelaufen.

Ribadesella – La Isla

Ui, war das mal eine gute Nacht…

Kilometer 0 – 3 sind wieder auf Asphalt. Danach geht es auf Schotter und Stein an der Küste entlang steil bergauf. Die Sonne kommt raus und es wird Zeit, das Zwiebelprinzip anzuwenden und sich langsam auszuschälen. Erst die Jacke und ab 12 Uhr der Pullover.

Wir laufen ca. 11km bis an den Rand der Stadt La Isla. Hier soll es eine Herberge geben. Gibt’s auch, aber wir finden niemanden der den Schlüssel haben könnte. Also laufen wir weiter bis nach Colunga. Hier wissen wir, das wir keine Herberge finden werden und konzentrieren und auf die Suche nach einem Hotel. Glücklicherweise ist das nicht allzu schwer und wir bekommen ein Zimmer für 40 € in einem 2** Hotel, welches aber durchaus den Dritten verdienen würde.

Mittlerweile sind wir zu Luxuspilgern mutiert. Aber was bleibt uns anderes übrig, wenn es keine Herbergen in angemessenen Abständen gibt. Hier kann man bereits froh sein, wenn eine Bar oder Café geöffnet hat.

Buen Camino.

Mittlerweile ist die Anzahl der Pilger angestiegen. Gestern haben wir mitunter ein paar Deutsche getroffen und sind heute mit einem Pärchen aus Frankreich, denen wir seit ein paar Tagen über den Weg laufen, ein Stückchen gepilgert und einen Kaffee getrunken am Strand von La Isla.

Kleine Anekdote noch am Rande. Als wir heute noch ein Bierchen auf einer Bank am Hauptplatz eingenommen haben, meinte der Senior zu mir, das einen Typen auf der anderen Seite kennen würde. Wie sich herausstellte, war es einer unserer Amerikaner mit denen wir die ersten Tage gepilgert sind! Das war mal die erste richtig gute Wiedersehensbegegnung, wie man sie noch aus alten Zeiten kennt. Tat gut! ?

 

Kurz hinter Poo – Ribadesella

Wir schlichen uns gegen 7.30 Uhr vom Campingplatz. Wäre dieser blöde Hund nicht gewesen, hätte es auch niemand mitbekommen, aber die Töle müsste natürlich anfangen zu bläken, als Vaddern mit dem Fuss am Tor hängen blieb.

In der Dunkelheit und mit unseren Stirnlampen bewaffnet, ging es für uns weiter Richtung Westen. Unterwegs versuchten wir zwar ein paar mal Stopp in Cafés zu nachen, aber diese hatten mal wieder alle geschlossen.

Erst nach 11 km bekamen unsere Mägen etwas zu verarbeiten. Nach rund 23 km durch das Weideland Asturiens, bekamen wir in dem Hafenstädtchen Ribadisello etwas zu futtern. Menue del Dia für 10€ inkl. 1 Flasche Rotwein! Jo, so lässt es sich Leben. In der Jugendherberge erhielten wir dann unsere Schlafgelegenheiten. Da diese direkt in Strandlage gebaut ist, liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, noch eine Runde zu drehen!