Serdio – Pendueles

Was für ein Morgen! Fantastico!

 

Nach einem ausreichenden Frühstück, verliessen wir unser liebgewonnenes Domizil gegen 8.30 Uhr. Nach ein paar Kilometern auf der Landstraße stockte mir kurz der Atem, denn der Weg führte plötzlich auf unbefestigten Boden! Das Glück hielt jedoch nur ein paar Kilometer an bis wir wieder gewohntes Terrain betraten. In Urquera mussten wir einen Anstieg in Kauf nehmen, der uns auf ca. 500 m Länge auf knapp über 100 m Höhe brachte. Dahinter kam Colombres, wo uns der Regen erfasst hat. Na, ein Glück saßen wir gerade beim Frühstück in einer Bar!

Das half uns aber auch nur kurzfristig, denn ca. 2km erwischte es uns volle Kanne! Nach einem kleinen Schwenk an der Küste entlang, ließen wir uns in Pendueles nieder und klingten den Tag aus.

Comillas – Serdio

Regen! Damit begann der heutige Morgen. Einige unserer deutschen Mitpilger, denen wir bereits seit Tagen immer wieder mal über den Weg laufen, schaffen es noch immer nicht ein „Guten Morgen“ zu wünschen. Schlimmer noch, versuchen sie jeden Kontakt mit uns möglichst zu vermeiden. Gestern habe ich mal versucht ein Gespräch mit einer deutschen Pilgerin zu führen. Hat ganze 5 Minuten gedauert und war so interessant wie ein Besuch beim Friseur. Irgendwie stimmt hier die Chemie nicht mit den Leuten die man hier trifft. Anyway..!

Es ging, wie sollte es anders sein, auf Asphalt in Richtung Küste. Vorbei an einem schönen Biotop folgten wir der Kasperroute nach Sant Vincente de la Baquera. Nach einem kleinen Frühstück und zwei Café Americano betraten wir die Stadtgrenze um sie dann auch gleich wieder zu verlassen. Immer noch auf Asphalt laufend (wieso erwähne ich das eigentlich ständig? Es versteht sich ja mittlerweile von selbst!), erreichten wir La Acebosa. Was ich erstmal brauchte war Wasser, was auf diesem Weg nicht so einfach zu finden ist. In der Zwischenzeit stiegen die Temperaturen auf lustige 26 Grad an und der Körper verlangte seinen berechtigten Liquidausgleich. Also qua

tschte ich zwei vor einem Haus sitzende Typen an, die dachten, wir würden den Weg nicht finden. Sie zeigten uns die Zapfstelle, welche versteckt hinter einem Parkplatz lag. Nach kurzer Kopfdusche und einem erfrischenden Schlöckchen wollten wir gerade die Rucksäcke satteln, als ein Pärchen der letzten Tage unseren Weg querte. Sie Brasilienerin, er Franzose. Mit ihnen haben wir mittlerweile bereits 3x eine Herberge geteilt, letztmalig erst letzte Nacht.

Zusammen gingen wir Richtung Serdio weiter. Hier suchten wir die Albuerge Municipal auf, nur um festzustellen, das diese verschlossen war. Ein kurzer Blick in den Reiseführer besagte, das man sich in einem Restaurant an der Kirche den Schlüssel holen muss. Arschkarte, denn das hatte ebenfalls zu. ?

Am Ortseingang war mir eine Pension aufgefallen, bei der wir versuchten ein Zimmer zu bekommen. Das war der Jackpot!? Ein Hammerzimmer mit Abdendessen und Frühstück für 28€ p.P.! Das Pilgerleben kann auch mal Luxuriös sein, denn die Wege des Herren sind unergründlich!!! Haha!

Achja, unserem brasilianisch französischem Pärchen haben wir natürlich Bescheid gesagt. Sie sind ebenfalls so begeistert wie wir von der Unterkunft. Die deutsche Nickelbrille, der morgens nicht mal ‚Tach‘ sagen kann und auch sonst nicht viel mit uns redet, wünsche ich hiermit viel Erfolg auf den nächsten 8km bis zur nächsten Herberge.. Muahaha!

Santillana del Mar – Comillas

Die erste Nacht in der mal endlich geschlafen werden konnte. Erst gegen 6 öffnete ich erstmalig die Augenlider. Nach einem kleinen Frühstück in unserer Luxusherberge, bei der wir die anderen Pilger der letzten Tage wieder getroffen haben, ging es für uns bei leichtem Regen los. Dieser sollte uns noch den gesamten Vormittag begleiten. In einem kleinen Kaff stiessen wir nach knapp 10 km auf zwei Pfeile, von denen der eine die Originalroute und der andere eine Alternative betitelte. Nach kurzem Blick in unser schlaues Büchlein, entschieden wir uns für den Alternativen. Der Anschiss lauert überall!

Was nun folgte war ein endloser Abstieg Richtung Küste über einen Strand und folglich ein ebenfalls endloser Aufstieg auf der anderen Seite. Natürlich alles auf asphaltierten Strassen. Als dann die Pfeile nach links wiesen, reiste mir der Geduldspfaden, da ich auf meiner Offlinemap sah, das es einen kürzeren und attraktiveren Weg entlang der Küste gab und ebenfalls auf den eigentlichen Camino endete. Also machten wir unsere eigene Route und kamen nach rund 21 gelaufenen Kilometern in der Herberge von Comillas an.

Fazit des Tages lautet: Warum muss man den Weg eigentlich laufen und fährt ihn nicht einfach mit dem Auto? Da er keine wirklichen Pilgerhighlights bietet spielt es auch keine Rolle und die Aussichten kann man sich auch durch die Windschutzscheibe ansehen.