Santillana del Mar – Comillas

Die erste Nacht in der mal endlich geschlafen werden konnte. Erst gegen 6 öffnete ich erstmalig die Augenlider. Nach einem kleinen Frühstück in unserer Luxusherberge, bei der wir die anderen Pilger der letzten Tage wieder getroffen haben, ging es für uns bei leichtem Regen los. Dieser sollte uns noch den gesamten Vormittag begleiten. In einem kleinen Kaff stiessen wir nach knapp 10 km auf zwei Pfeile, von denen der eine die Originalroute und der andere eine Alternative betitelte. Nach kurzem Blick in unser schlaues Büchlein, entschieden wir uns für den Alternativen. Der Anschiss lauert überall!

Was nun folgte war ein endloser Abstieg Richtung Küste über einen Strand und folglich ein ebenfalls endloser Aufstieg auf der anderen Seite. Natürlich alles auf asphaltierten Strassen. Als dann die Pfeile nach links wiesen, reiste mir der Geduldspfaden, da ich auf meiner Offlinemap sah, das es einen kürzeren und attraktiveren Weg entlang der Küste gab und ebenfalls auf den eigentlichen Camino endete. Also machten wir unsere eigene Route und kamen nach rund 21 gelaufenen Kilometern in der Herberge von Comillas an.

Fazit des Tages lautet: Warum muss man den Weg eigentlich laufen und fährt ihn nicht einfach mit dem Auto? Da er keine wirklichen Pilgerhighlights bietet spielt es auch keine Rolle und die Aussichten kann man sich auch durch die Windschutzscheibe ansehen.

Santander – LeckmichamArsch 

What a day… Erst ging es kilometerlang durch die Stadt. Dann entlang einer Bahnstrecke. Dann haben wir uns verlaufen und letztendlich, nach 28km, ein Taxi von einem Hotel aus geordert, welches uns bis nach Santillana del Mar gebracht hat. Uns ging diesmal echt die Puste aus, nachdem die erste Herberge nach 25 km geschlossen, das Hotel nach 27 km geschlossen (insolvent) und das wiederum nächste Hotel ausgebucht war und wir immer noch 9km bis zum Zielort hatten.

Dann die erschreckende Erkenntnis, das die Aubergue de Municipal ebenfalls geschlossen ist. Freundlicherweise wiesen uns einige Spanier daraufhin, das es noch eine Herberge gibt. Hier bekamen wir 1 Doppelzimmer für 30€, welches der Hammer ist. Auch die Stadt ist sehr schön und gibt uns endlich das Gefühl auf dem Camino zu laufen. Endlich! Denn heute habe ich den Senior schon gefragt, ob wir den Urlaub nicht einfach abbrechen wollen, da mich das ständige auf Asphaltlaufen durch Neubauviertel, welche unbewohnt in der Gegend herumstehen auf den Sack geht!

Wem gefällt dieser Weg eigentlich? Also wenn ich noch einmal die Wahl habe, dann laufe ich lieber noch einmal den CF!

PS: Mich hat heute eine Wespe in den Knöchel gestochen(2x). Mistvieh!

PPS: Haben uns gestern noch ordentlich vollaufen lassen und dabei die leckersten Spare Ribs gefuttert, die man sich vorstellen kann. Abends noch Karussel gefahren (nur im Kopf versteht sich), aber nicht gebölkt!!?

Güemes – Santander

Hola!! Buen Camino!! Das waren heute früh die meist verwendeten Worte als wir uns von den restlichen ca. 40 Pilgern und Herbergsmitarbeitern verabschiedeten. Das war mal eine nette Erfahrung gewesen, als wir Abends mit allen anderen zusammen gegessen haben. Auch das Essen selbst war sehr lecker. Als Vorspeise gab es Suppe und als Hauptgericht ebenfalls etwas Kartoffelsuppeähnliches mit Fischeinlage. Alles war auf Spendenbasis. Toll! ?

In der Nacht hatte es ordentlich geregnet. Als wir dann lospilgerten erwischte uns dann auch noch eine kurze Husche, die aber so schnell wieder aufhörte wie sie kam.

Es ging, mal wieder, entlang der Landstraße in Richtung Küste. Hier wechselte der Belag auf eine matschige Lehmpiste. Immer entlang der Steilklippen stapften wir durch die Pampa Richtung Santander, immer begleitet von tollen Aussichten.

 

 

Am Ende ging es für uns am Strand weiter endlose Kilometer. Die erstbeste Bar war dann auch gleich unsere, wo uns unsere drei Freunde auch wieder einholten.

IMG_0338

Der Weg führte durch Sonton, von der aus uns eine Fähre nach Santander brachte. Ab hier gingen wir ein kurzes Stück am Hafen entlang und gelangten dann zu der Albergue Municipal. Da bereits der Hauseingang und die Umgebung uns nicht sonderlich zusagten, haben wir die Pension Isabel angesteuert, die sich gleich eine Strasse weiter befand. Das Haus in der sich die Pension befindet, war ziemlich unscheinbar. Die Gastegeberin dafür um so freundlicher. Abends liefen wir noch ziellos durch die Stadt, bis uns dann gegen 21.00 Uhr die Lichter ausgepustet wurden.