Santander – LeckmichamArsch 

What a day… Erst ging es kilometerlang durch die Stadt. Dann entlang einer Bahnstrecke. Dann haben wir uns verlaufen und letztendlich, nach 28km, ein Taxi von einem Hotel aus geordert, welches uns bis nach Santillana del Mar gebracht hat. Uns ging diesmal echt die Puste aus, nachdem die erste Herberge nach 25 km geschlossen, das Hotel nach 27 km geschlossen (insolvent) und das wiederum nächste Hotel ausgebucht war und wir immer noch 9km bis zum Zielort hatten.

Dann die erschreckende Erkenntnis, das die Aubergue de Municipal ebenfalls geschlossen ist. Freundlicherweise wiesen uns einige Spanier daraufhin, das es noch eine Herberge gibt. Hier bekamen wir 1 Doppelzimmer für 30€, welches der Hammer ist. Auch die Stadt ist sehr schön und gibt uns endlich das Gefühl auf dem Camino zu laufen. Endlich! Denn heute habe ich den Senior schon gefragt, ob wir den Urlaub nicht einfach abbrechen wollen, da mich das ständige auf Asphaltlaufen durch Neubauviertel, welche unbewohnt in der Gegend herumstehen auf den Sack geht!

Wem gefällt dieser Weg eigentlich? Also wenn ich noch einmal die Wahl habe, dann laufe ich lieber noch einmal den CF!

PS: Mich hat heute eine Wespe in den Knöchel gestochen(2x). Mistvieh!

PPS: Haben uns gestern noch ordentlich vollaufen lassen und dabei die leckersten Spare Ribs gefuttert, die man sich vorstellen kann. Abends noch Karussel gefahren (nur im Kopf versteht sich), aber nicht gebölkt!!?

Güemes – Santander

Hola!! Buen Camino!! Das waren heute früh die meist verwendeten Worte als wir uns von den restlichen ca. 40 Pilgern und Herbergsmitarbeitern verabschiedeten. Das war mal eine nette Erfahrung gewesen, als wir Abends mit allen anderen zusammen gegessen haben. Auch das Essen selbst war sehr lecker. Als Vorspeise gab es Suppe und als Hauptgericht ebenfalls etwas Kartoffelsuppeähnliches mit Fischeinlage. Alles war auf Spendenbasis. Toll! ?

In der Nacht hatte es ordentlich geregnet. Als wir dann lospilgerten erwischte uns dann auch noch eine kurze Husche, die aber so schnell wieder aufhörte wie sie kam.

Es ging, mal wieder, entlang der Landstraße in Richtung Küste. Hier wechselte der Belag auf eine matschige Lehmpiste. Immer entlang der Steilklippen stapften wir durch die Pampa Richtung Santander, immer begleitet von tollen Aussichten.

 

 

Am Ende ging es für uns am Strand weiter endlose Kilometer. Die erstbeste Bar war dann auch gleich unsere, wo uns unsere drei Freunde auch wieder einholten.

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Der Weg führte durch Sonton, von der aus uns eine Fähre nach Santander brachte. Ab hier gingen wir ein kurzes Stück am Hafen entlang und gelangten dann zu der Albergue Municipal. Da bereits der Hauseingang und die Umgebung uns nicht sonderlich zusagten, haben wir die Pension Isabel angesteuert, die sich gleich eine Strasse weiter befand. Das Haus in der sich die Pension befindet, war ziemlich unscheinbar. Die Gastegeberin dafür um so freundlicher. Abends liefen wir noch ziellos durch die Stadt, bis uns dann gegen 21.00 Uhr die Lichter ausgepustet wurden.

Santona – Guemes

23km stehen heute auf dem Programm. Nach anfänglicher Strasse ging es entlang des Sandstrand von Berria. Hier steht man dann am Ende angekommen vor einem Berg, wo der Weg steil hinauf und wieder bergab führt. In unseren Reiseführern wird  dieser Abschnitt als „mühsam“ betitelt. Arschgefährlich trifft es aber besser. Macht man hier einen falschen Schritt oder verliert das Gleichgewicht rollt man ganz schnell den Hang hinab bis ins Wasser! Manchmal frage ich mich, was die Autoren geraucht haben als sie die Bücher schrieben.

Hinter dieser Hürde steht man dann auch gleich wieder auf Sand und läuft Kilometerweit am Meer bis nach Noja. Das erste Kaffee im Ort wurde auch gleichmal angesteuert um die leeren Mägen zu füllen.

Wir durchquerten die Stadt und liefen durch unzählige Neubausiedlungen, von denen eine hässlicher war als die andere. Bereits vor 3 Jahren, als wir den anderen Camino gepilgert sind, stellten wir uns die Frage, was die Spanier geglaubt haben wer dort alles einziehen soll!? Nun stehen wir wieder vor der gleichen Frage und lesen überall „Se Vende“ (Zu verkaufen). Verrückt!

Nach stundenlangem an und auf der Strasse-Laufen, begann mein Unmut sich zu steigern. Irgendwann verhaute ich mit meinen Wanderstöcken sogar das Unkraut am Strassenrand. „Was für eine Scheisse issen das hier? Da kann ick ma ja och gleich in Bus setzen und ma über de Landstrasse fahren lassen, wenn ick sowieso blos off Asphalt latsche!!“ So, und noch andere Kommentare, fluchte ich die letzten Kilometer bis zu der Albergue in Güemes, welche von einem Priester geleitet wird. Noch beschäftige ich mich auch mit dem Gedanken, in Santander ein Auto zu mieten und nach Burgos zu fahren um lieber den Camino Frances zu pilgern. Was dem CdN wirklich fehlt, sind die kleinen Dörfer, die (manchmal sehr eigenwilligen) Pilgerhighlights in Form von aufgespießten Wanderschuhen, die Pilgermenüs für unter 10€ in deren Lokalen man sich Abends mit den Anderen getroffen hat und …auch wenn ich als Agnostiker nicht viel mit Religion am Hut habe, die kleinen und großen christlichen Sehenswürdigkeiten. Jede Kirche an der wir bislang vorbeikamen war zu.

Derzeit erinnert das Ganze an eine Überlandfahrt auf der Autobahn, bei der man einfach bloss Kilometer frisst um anzukommen. Ich habe aber auch beim Fluchen den Spruch abgelassen, das man lieber im Harz hätte Wandern gehen sollen. Landschaftlich ca. genauso interessant! Der hat sogar mehr Schotterwege als die Etappen der letzten 4 Tage.

Kann ja nur besser werden!

Die Herberge in Güemes gibt uns das erste Mal wieder das Gefühl auf einem

Camino unterwegs zu sein. Viele Gesichter, die wir in den letzten Tagen gesehen haben, begegneten wir hier wieder. Auch unsere 2 amerikanischen Freunde + den Engländer. Nach einem Kurzvortrag des Pfarrers, der die Herberge zusammen mit Freiwilligen leitet, wurde geneinsam gegessen und geschnackt.

Jetzt, wo ich alleine auf der Terrasse sitze, hat es zu regnen angefangen. War ja auch nur eine Frage der Zeit!

Ich bin gespannt, ob es morgen so bleibt. In jeden Fall geht es nach Santander. Der ersten großen Stadt nach Bilbao.