13 | Fastenwandern
Der Wecker klingelte heute früh um sieben in Moclin, und uns war sofort klar: Die ersten zehn Kilometer würden wir ohne Frühstück in den Beinen absolvieren müssen. Zuerst gab es zur Freude meiner Knie einen steilen Abstieg hinunter vom Berg, den wir gestern noch bezwungen hatten. Die Aussichten auf diesem morgendlichen Teilstück waren atemberaubend und ließen den knurrenden Magen kurz vergessen. Danach wurde der Weg allmählich hügeliger.
Unsere Hoffnung ruhte auf Ermita Nueva, wo sich die einzige Bar der Etappe befinden sollte. Zu unserer Überraschung – oder eher, unserer Nicht-Überraschung – war der Laden dicht. Ausgerechnet nur am Dienstag. Also knabberten wir ein paar einsame Nüsse aus dem Rucksack und setzten unseren Weg fort. Heute liefen Hanne und ich weitgehend unabhängig voneinander. Das liegt hauptsächlich an unseren völlig unterschiedlichen Lauftempi. Für mich ist es jetzt an der Zeit, meinen eigenen Rhythmus auf diesem Weg zu finden.
Als ich schließlich in Alcala de la Real ankam, ließ ich den Tag Revue passieren. Abgesehen vom wunderschönen morgendlichen Abstieg war der Rest ehrlich gesagt langweilig und kräftezehrend. Kilometerweit ging es durch kaum abwechslungsreiche Felder und Olivenhaine. Wenn man das Ganze dann auch noch mit leerem Magen ertragen muss, sinkt die Laune schnell auf den Nullpunkt.
Hanne hat uns heute die Unterkünfte organisiert: Ich schlafe im Hotel Zacatin, sie im Hostal Casa Marisa. Am späten Nachmittag haben wir noch schnell ein paar Besorgungen für morgen erledigt und uns dann auf die Suche nach einem Abendessen gemacht. Das war gar nicht so einfach, denn auch hier hatten viele Restaurants dienstags geschlossen. Und als wir endlich dachten, wir hätten etwas gefunden, wurden wir einmal mehr daran erinnert, dass wir in Spanien sind: Die Küchen öffnen erst um 20 Uhr! 🤯
Das ist eigentlich schon Schlafenszeit für Pilger, aber für eine warme Mahlzeit machen wir die Ausnahme.













Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.