46 | Nach Mesao Frio
30° Grad. Ich an einem karibischen Strand unter Palmen, Cocktail schlürfend, die Sonne verbrennt meinen nackten Leib, während ich dem Kellner zuwinke, dass ich noch gerne einen eiskalten Caipi hätte und plötzlich… Mööööp Mööööp Möööp! Mein Wecker 😒
6.30 Uhr. Aufstehen. Die Habseligkeiten zusammensammeln, noch schnell einen Kaffee schlürfen und ein Zigarrettchen rauchen und dann los.
Oh Wunder! Der Himmel ist blau und die Sonne lässt sich auch schon erkennen. Heute ist ein guter Tag zum Sterb… äh, Wandern!
Es ging für mich heute nach Mesao Frio. Laut caminotorres.com schlappe 28 km. Also normal… dachte ich zumindest. Gleich zu Beginn wurde mir bewusst, dass meine Schuhe über keinerlei Traktion mehr verfügen. Ich schlitterte und rutschte die gesamte Zeit, wenn ich den Straßenbelag gegen Feldwege austauschte. Insbesondere bei den steilen Bergabpassagen wurde es zum Teil recht kritisch, da der Regen der letzten Tage die Steinfindlinge mit Schmiere überdeckt hat. Also Stöcker raus und vorsichtig hinweg gleiten.
Vor einem Dörfchen, Valdigen, kam dann das erste Oha-Erlebnis in Form einer wunderschönen Schlucht, die es zu überqueren galt.
Im Anschluss weiter nach Peso da Régua, wobei die Stadt direkt an einem Flüsschen liegt, von dem auch Hotelboote ablegen. Hier verzehrte ich einen kleinen Imbiss und weiter.
Kurz nachdem ich die Stadt verlassen hatte, begann der heftige Aufstieg. 260 – 300 Höhenmeter auf einer Länge von 2 km trieben mir den letzten Tropfen Schweiß aus dem Körper. Endlich oben angekommen, erwartete mich dann das nächste Übel in Form einer rasant befahrenen Landstraße. Wie bereits erwähnt, glaubt anscheinend jeder Portugiese, dass er als Rennfahrer auf die Welt gekommen ist, und genauso fahren sie dann auch auf den sehr engen und kurvigen Bergstraßen. Für Fußgänger, geschweige denn Pilger, ist dabei kein Platz. Musik hören habe ich mir verkniffen, da ich lieber die Autos schnellstmöglich hören wollte, wenn eines um die Kurve kommt. In Oliveira hatte ich dann aber genug davon. Ich ging in ein Restaurant und fragte, ob es einen Bus geben würde. Leider wurde dies verneint. Ich nahm mein Bier und ging nach draußen. Gerade als ich mir den Stuhl zurechtrückte, sah ich ein Taxi an einem Haus stehen, das vorher noch nicht da gewesen war. Ich ging hinein und fragte die einzige Person im Raum, ob es ihr Taxi wäre. Sie nickte, und wir einigten uns darauf, dass sie mich in 20 Minuten abholen könnte. Und so wurde es dann auch gemacht. 16,50 € später und nach einer rasanten Fahrt landete ich in Mesao Frio im Zentrum. Ich lief zur Feuerwehr und sprach den ersten Feuerwehrmann an, der mir über den Weg lief. Dieser brachte mich zum Chef, der allerdings auch nur Portugiesisch sprach, mir aber alles Mögliche erzählte. Ich fand das so lustig, dass ich ihm dann einfach in Deutsch antwortete und so viel sagte wie: „Wir können uns auch gerne so weiter unterhalten, das wird sicherlich sehr interessant für uns beide.“
Letztlich gab er auf und übergab mich an eine Mitarbeiterin, die mir alles zeigte und mir noch half, mein Bett herzurichten.
Den restlichen Tag habe ich noch mit meiner Ausrüstung verbracht. Ich habe meine Shirts durchgewaschen und mir in der Apotheke Natron besorgt, um den Gestank aus meiner Regenjacke zu bekommen, die seit dem ersten Regentag nach altem moderigen Lappen stinkt. Ekelhaft. Die Rückseite meines Rucksacks und meine Schuhe habe ich damit ebenfalls gleich behandelt. Ich hoffe, es hat geholfen.






































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