Camino Mozarabe & Torres

Ach herrje!

Eigentlich war es meine Absicht, diesmal nicht ganz so viel in meinen Blog zu schreiben, aber was sein muss muss sein.

Gestern bin ich mit Hanne von Almeria in Richtung Rioja aufgebrochen. Es waren lediglich 16 km zu überwinden, von denen die meisten durch Almeria zu überwinden waren. Ziemlich langweilig. Wer sich das nicht antun will sollte darüber nachdenken, ob er nicht mit dem Taxi nach Rioja fährt.

Vor Rioja durchquert man ein „ausgetrocknetes“ Flussbett, welches in unserem Fall jedoch nicht ganz so trocken war. Typisch. Also holten wir uns das erste Mal schlammige Füsse.

In Rioja suchten wir die einzige Bar auf und gingen im Anschluss in die Albergue Municipal. Hier standen wir mit einem Codeschloss konfrontiert ausserhalb und fragten uns, wie man da reinkommt? Ein paar Bauarbeiterinnen (kein Schreibfehler), halfen uns mit einer Telefonnummer. Nely, eine nette Dame, welche der Jakobsgesellschaft angehört, gab ihn uns dann auch. Innen wartete bereits Jean, ein Pilger aus Frankreich. Nach kurzem Schnack und einer Dusche, gesellte sich der nächste Pilger hinzu. Marion aus Leipzig. Mit ihnen zusammen hatten wir dann einen netten süffigen Abend, ohne zu wissen, was der nächste Tag für uns bereit hielt.

Gegen 8.15 Uhr verliessen wir die Herberge und steuerten die gestrige Bar an, um zu frühstücken. Nach ein paar Kilometern ging es langsam das erste Mal bergauf. Ich hörte Hanne immer mehr schnaufen und ehrlich gesagt, machte ich mir bereits dort Sorgen, ob sie es schaffen würde. Nach weiteren Kilometern, liefen wir durch ein Flussbett, wo der Weg nach links abbog. Ich checkte die Strecke und stellte fest, das uns zwei steile Aufstiege bevorstanden. Für Hanne, die bereits im ebenerdigen Gelände wie eine Lokomotive schnaufte, sah ich schwarz. Wir fragten einen Mann, der auf einem Bagger vor seinem Haus wuselte, ob er sie nach Alhabia mitnehmen könnte? Er willigte ein und ich lief schonmal vor. Nach 300 m hörte ich das Auto mit den beiden hinter mir kommen und da ich kaum noch Wasser hatte und der Aufstieg doch ziemlich anstrengend war, entschied ich mich dann doch mit den Beiden mitzufahren. 6 km später stiegen wir aus dem Auto aus, gaben dem Mann den vereinbarten Preis von 20€ und gingen in die nächste Bar, wohin er aber auch mitkam. Gemeinsam aßen wir eine Kleinigkeit und wie sich herausstellte lud er uns von seinen neugewonnen 20€ zum Essen ein. Schlechten Gewissens (wir wollten eigentlich sein Essen zahlen) dankten und verabschiedeten wir uns und liefen zu unserer heutigen Unterkunf in Alboloduy. Wir haben diesmal kein Zimmer gemietet, sondern gleich ein ganzes Haus. Casa Boneta heißt der kleine Palast und ich darf sagen, das der Preis von 73€ gerechtfertigt ist.

Miguel der Eigentümer ist sehr nett und öffnet Morgen (Sonntag) extra seinen Supermarkt, damit wir Wasser und etwas zum Frühstück haben. Im Anschluss bringt er uns dann noch bis nach Nacimiento, denn wie wir gesehen haben müssten wir morgen eigentlich 29 km, mit übelsten Aufstiegen zu Beginn überwinden. Das schaffen wir mit unserer Kondition leider noch nicht. Ich dachte auch, das wir mehr Einlaufzeit haben würden. Leider geirrt. Ab Abla unserem morgigen Ziel sollte es dann aber humaner werden und die Etappen sind dann auch kürzer.