Camino Primitivo

Fehlstart oder einfach nur F***

Der gestrige Tag begann verheißungsvoll: Die Sonne schien, die Fahrt zum BER verlief einwandfrei, der Check-in war reibungslos und auch die Security nahm nicht allzu viel Zeit in Anspruch. Pünktlich gegen 10 Uhr saß ich abflugbereit am Gate und wartete darauf, dass mein Flieger nach Frankfurt um 11:40 Uhr abhebt. Doch dann die Meldung: Verspätung! Neue Abflugzeit 12:20 Uhr. Da der Anschlussflug nach Bilbao bereits gegen 14 Uhr gehen sollte, wussten Ed – der in Frankfurt auf mich wartete – und ich: Das wird knapp, ist aber machbar. Und tatsächlich: Ich schaffte das Boarding und wir hoben pünktlich Richtung Bilbao ab.

Dort angekommen, hieß es am Gepäckband: Warten auf die Rucksäcke. Eduardos Rucksack tauchte schnell auf, meiner leider nicht. Wir registrierten den Verlust über das „MyBag“-Onlineportal, gaben unser Hotel in Santander als Zielort an und fuhren mit dem Bus durch den Regen dorthin. Zwischendurch checkte ich immer wieder den Status: War mein Gepäck nur verspätet oder komplett verloren? Glücklicherweise nur verspätet!

Im Hotel angekommen, konnten wir unser Zimmer unkompliziert um eine Nacht verlängern. Die freundliche Dame an der Rezeption rettete den Moment mit dem Hinweis, dass bereits Zahnbürsten auf dem Zimmer bereitlägen. Puh, immerhin ein kleines Highlight!

Auf den Schreck beschlossen wir, erst einmal etwas essen zu gehen. Fragwürdigerweise landeten wir in einer Burger-King-Filiale. Eine Horde völlig aufgedrehter Kleinkinder, die erst den Kassenbereich blockierten und später im Sitzbereich die „Wildsau“ rausließen, trieb uns jedoch schnell wieder hinaus. Nach diesem ereignisreichen Tag suchten wir uns lieber eine gemütliche Tapas-Bar, um uns bei dem einen oder anderen Kaltgetränk die Sinne zu vernebeln. Gegen halb eins trottelten wir zurück zum Hotel und ließen den Tag gut sein.

Der heutige Morgen begann – wer hätte es gedacht – mit übelsten Kopfschmerzen. Da meine Tabletten natürlich im Rucksack steckten, musste ich mir eine Ibu bei Ed schnorren. Die half zum Glück erst einmal. Wir nutzten den ungeplanten Aufenthalt in Santander, um die Stadt zu erkunden. In der Kathedrale holte sich Ed einen Stempel und ich sicherheitshalber einen neuen Pilgerausweis – nur für den Fall, dass mein Rucksack doch verschollen bliebe.

Und dann das Wunder: Gerade als ich diese Zeilen schreibe, klopfte es vor etwa zehn Minuten an der Zimmertür. Eduardo überreichte mir meinen Rucksack. ENDLICH!

Jetzt kann es offiziell losgehen. Dass es morgen regnen soll, war ja klar – heute scheint schließlich die Sonne. Aber ab jetzt kann es eigentlich nur noch besser werden!