Tipps für zukünftige Pilger

Falls eventuell jemand in Erwähnung ziehen sollte ebenfalls in naher Zukunft auf Pilgerschaft zu gehen dem seien folgende Tipps ans Herz gelegt:

– Spart euch die Mitnahme einer Isomatte. Die Möglichkeit sie auch nutzen zu können ist äusserst gering!

– Kopfhörer + Smartphone als Mp3 Player sorgen für eine einigermassen ausgeglichene Nachtruhe…

– Crocs als Ersatzschuhe für die Wanderboots sind Schrott. Lieber nehmt euch stattdessen leichte Turnschuhe mit. Von meinen Crocs hab ich meine einzigste Blasen bekommen…

– lasst euch nicht irre machen von den Bettwanzengeschichten im Internet. Alle unsere bisherigen Herbergen waren in Ordnung…

– lernt Englisch. Alle die es nicht getan haben sind am kotzen, weil sie keinen richtigen Kontakt bekommen zu anderen Pilgern…

– es gibt kein wirkliches Hausmittel um Blasen an den Fuessen zu vermeiden. Da kann man sich die Treter noch so oft mit Hirschtalg einschmieren wie man will…

– Blasenpflaster sind zwar gut wenn man seine Poemps eintragen möchte. Für so einen Trip wie den Camino sind die Dinger jedoch völlig ungeeignet. Spart das Geld und gebt es für Bier aus! Ist sinnvoller..

– bei meinem nächsten Trip wuerde ich unbedingt ein Nackenkissen einpacken. In den Herbergen gibt es immer nur ein Kissen und wenn man wie ich gewohnt ist hoch zu schlafen, ist es eine Qual..

– kauft euch ein Funktionshalstuch. So’n Teil woraus man auch ein Hut basteln kann. An den heissen Tagen mache ich mir das Ding nass und lege es mir um den Hals oder benutze es als Augenbinde falls Abends das Licht in der Herberge länger anbleibt oder morgens zu frueh angemacht wird… Um nur einige Funktionen zu nennen…

Villalcarza de Sirga – Calzadilla de la Cueza

Je länger die Namen desto kleiner die Kaeffer in denen wir mittlerweile gezwungenermaßen absteigen müssen. Ist nicht so das wir das immer wollen, aber was will man nahen wenn die Füsse, Beine und alles andere nicht mehr will. Als wir durch die Dürre dieser Region stapften, kam uns plötzlich ein langsam fahrendes Taxi entgegen. Drinnen saß Begona, eine alte Bekannte, die dummerweise ihr Handy im letzten Ort vergessen hat. Ist mir ja auch schon so ergangen, daher weiss ich wie das ist.
Das Wetter wurde heute immer heißer und heißer. Wir durchquerten heute eine schattenlose Gegend in der es selbst die neugepflanzten Bäume aufgegeben haben zu wachsen. Um uns herum waren einzig und alleine Weizenfelder und jede Menge Fliegen. Fliegen ohne Ende. Ich kann nicht sagen was mehr genervt hat, die Fliegen oder die scheiss Hitze. Nachdem der Senior bereits gestern nicht gut ausgesehen hat bei unserem Trip, machte ich mir um ihn um so mehr Sorgen. Aber es geht ihm gut, jedoch lässt seine Laufgeschwindigkeit stark nach. Nichts was ein Bier am Abend nicht wieder gut macht. In unserem Zielort habe ich gerade Charlie getroffen. Ein lieber Kerl aus Irland, der bereits zum zweiten Mal versucht den Camino zu laufen. Wir treffen uns immer mal wieder unterwegs und quatschen über unsere Probleme die wir zwischendurch so haben. Da er einen unglaublich starken Dialekt spricht, muss ich ihn immer mal wieder dazu ermahnen langsam und deutlich zu sprechen um sein Englisch zu verstehen. Ist aber trotzdem schoen wenn man sich mal wiedertrifft. Der Senior war heute erstmal ausgiebig baden. Unsere Herberge verfügt über einen sehr gepflegten Pool. Hatte ich eine Badehose, haette  ich es ihm gleich getan. So reichte es nur zu einem Fussbad. War aber auch ausreichend. So, Feierabend für heute.. Bis morgen dann, insofern ich Internet bekomme…

Buenos Camino …

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…und dann kam der Regen… 🙂

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Und die Wäsche hing draussen 🙁

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Itero de la Vega – Villalcarza de Sirga

Heute war der heisseste Tag unserer Reise. Bei gefuehlten 38 Grad ging es vorbei an den oeden Weizenfeldern der Meseta. An Laufkilometern schafften wir dennoch lockere 29 km. Allerdings pfiffen wir am Ende auf dem letzten Loch. Da es auf den letzten Metern leider kein frisches Wasser gab, waren wir gezwungen die lauwarme Brühe aus unseren Verraeten zu trinken. Wasser ansich kann einem schon auf den Sack gehen, aber wenn es dann noch warm ist…Naja, ich sach jetzt mal nichts mehr.
Der Morgen des Tages begann für mich bereits nicht allzu positiv, da ich kotzend über der Kloschuessel hing und alles herauskam was ich den Vorabend zu mir genommen hatte. Das war hauptsächlich Rotwein, da an dem Abend eine Fiesta im Dorf war und es das Gesoeff umsonst gab, inklusive einem kleinem Halstuch das alle an dem Abend trugen. Es gab Livemusik und kleine Brötchen mit Chorizzowuersten und Schweinefleisch.. Alles umsonst..wer kann dazu schon Nein sagen?!
Zurück zum heutigen Tag! Wir verließen unsere Herberge gegen 7.30 Uhr und pilgerten in Richtung
Biadilla del Camino. In Fromista tankten wir etwas Geld und frühstückten unseren allseits beliebten Bocadillo, der uns so langsam zu den Ohren rauskommt (Bocadillo= Weissbrotbaguette mit Belag..sehr trocken!). Nach kurzem Stop zur täglichen Behandlung unserer Füsse,ständig hat man neue Probleme; machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Villalcazar de Sirga. Unsere Füsse schmerzen nur noch und so schleppen wir uns auf den letzten Metern über die Ziellinie. Ich und der Senior kamen darin überein, das es heute ein Scheisstag war.

Buen Camino…

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