Von Obanos nach Estrella…

War das ein heißer Gang. Bei ca. 35 Grad quälten wir uns über die huegelige Landschaft der Navarra. Und die hat wirklich nicht viele Bäume als Schattenspender. Nach kurzer Überlegung ob wir einen Ort vor Estrella in Vialaltuerta absteigen sollen, entschieden wir bis nach Estrella zu gehen.
Hier sind wir in einer Herberge für Studenten abgestiegen. 14 Betten auf gerade einmal 20 qm. Das machen wir bestimmt nie wieder den Fehler. Anyway.. Wir haben gegessen und versuchen uns etwas für den morgigen Lauf nach Los Arcos vorzubereiten. Bis zu dem eigentlichen Zielort Torres del Rio werden wir es sicherlich nicht schaffen. Bis dahin sollen es 29 km sein. No Way…

Richtung Puente la Reina…

Die heutige Etappe hatte es mal wieder so richtig in sich. In sengender Hitze ging es über den Alto del Perdon. Geschafft haben wir es nur bis Obanos. Danach ging uns Beiden die Energie aus um weiterzugehen. Wie es aber aussieht, ging es aber nicht nur uns so, denn der Schlaafsaal hat sich mittlerweile mit ähnlichen Leidensgenossen gefüllt, die jetzt alle tot im Bett liegen. Bei mir hat sich in der letzten Nacht eine Grippe bemerkbar gemacht, die sich immer mehr ausweitet.  Auch ich bin in Gaenze erledigt und werde mal versuchen ein paar Minuten zu ratzen. Mal sehen ob es klappt. Zwischendurch waren wir in einer Bar hier im Stadtkern etwas essen. Es gab lecker Sandwich mit Schweinefleich und Käse. Was braucht der Pilger mehr?! 🙂
Buen Camino..

Nachtrag:
Scheisse, ich kann ja noch Englisch. Habe mich vorhin mit einem Amerikaner und jetzt mit einem Engländer unterhalten. Cool..

Nachtrag 2:
Wir waren Abends nochmal in der Bar für das Pilgemenue. Der Abend endete als kulturelles und gastronomisches Highlight der Tour. Wir sassen mit dem Amerikaner, 2 Franzoesinnen, 1 Hollaenderin, 1 Engländer und einem Italiener zusammen und haben bis spät gequatscht und einen grossen  Spass gehabt.

Fazit nach drei Tagen auf dem Camino…

Es ist schon etwas besonderes diesen Weg zu gehen. Ständig trifft man immer wieder die gleichen Leute mit denen man entweder schon einmal zusammen übernachtet oder mal etwas gegessen hat. Auch wenn man sich einfach nur unterwegs zum nächsten Ort wiedertrifft, was nicht ausbleibt, da jeder einmal eine Pause braucht, so verbindet das schon wieder ein wenig. Hier trifft man Menschen aus aller Herren Länder und egal ob man die gleiche Sprache Spricht oder nicht, Scheissegal, denn wir alle haben das gleiche Ziel.
In den Unterkünften muss man seinen gewohnten Komfort um 90% zurueckfahren. Gerade hat noch jemand seine getragene Unterwäsche im Becken gewaschen, im nächsten Moment muss man sich in demselbigen die Zähne nach dem Putzen ausspuelen. Ist nicht ganz einfach, aber es ist halb so wild, da man danach seine stinkenden Socken in wiederum dem Gleichen wäscht. Ist halt so!
Ansonsten waren die Herbergen bis jetzt alle in Ordnung und wir haben auch langem Suchen keine Wanzen entdeckt.
Kurzum, der Trip hält was er verspricht und wir haben immer mehr Spaß. Und auch das Laufen wird immer besser. So waren wir heute sehr überrascht, wie „schnell“ wir in Pamplona waren.
Es keimt die Hoffnung auf, es bis nach Santiago zu schaffen.

Buen Camino …