• Camino Mozarabe & Torres

    55 & 56 | Das Ende einer sehr langen Reise

    Die gestrige Etappe begann früh: Gegen 7:00 Uhr brach ich zur Fähre in Vilanova de Arousa auf, die etwa eine Stunde später ablegte. Trotz der vielen Pilger an Bord verlief die Überfahrt entspannt, und nach 1,5 Stunden erreichten wir Pontecesures. Nach einem ersten Frühstück und der Erkenntnis, dass die umliegenden Herbergen bereits ausgebucht waren, reifte ein Entschluss: Anstatt wie geplant bis nach Fisterra weiterzugehen, entschied ich mich, die Reise in Santiago zu beenden. Kurzerhand wurden der Rückflug umgebucht und ein Hotel in der Stadt reserviert. Die letzte Etappe nach Santiago führte über rund 33 Kilometer direkt zur Kathedrale. Nach dem Ankommen auf dem großen Platz und dem obligatorischen Foto folgte…

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    53 & 54 | in Richtung Espiritual

    Gestern erlebte ich meinen absolut schlimmsten Tag auf einem Camino. Schon am frühen Morgen schüttete es wie aus Kübeln, und der Regen hörte bis zu meiner Ankunft in Pontevedra nicht auf. Nach 30 Kilometern kam ich durchnässt bis auf die Knochen in meiner Pension Santa Clara an und machte eine lustige Entdeckung: Ich war schon einmal hier! 2023 hatte ich genau in dieser Unterkunft mit Eduardo übernachtet, als wir den Portugués Central liefen – was für ein Zufall. Heute Morgen startete ich etwas träger. Nach einem stärkenden spanischen Frühstück machte ich mich erst gegen 8 Uhr auf den Weg. Kurz hinter der Stadt zweigt der Variante Espiritual links vom Central-Weg…

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    51 & 52 | auf dem Portuguese Central

    Gestern lagen etwa 25 Kilometer zwischen Ponte de Lima und Fontoura, wo ich im Voraus ein Bett in der Pilgerpause (ja, so heißt die Albergue wirklich) reserviert hatte. Schon beim Start bemerkte ich einen deutlichen Unterschied zu meiner physischen Kondition zu Beginn der Reise. Ich rannte förmlich an den anderen Pilgern vorbei, sogar an jenen mit einem Tagesrucksack. Pilgerjagd ist also wieder angesagt! 🤪 Kurz vor dem Alto da Portela, der höchsten Erhebung des Central-Weges, legte ich eine kurze Bar-Pause ein. Dort beobachtete ich eine Kanadierin, die ihren Regenponcho anzog, obwohl es trocken war. Ich fragte sie, ob das eine gute Idee sei, da es bald steil bergauf gehe, aber…

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    50 | und Ende

    Das war es also mit dem Camino Torres. Von nun an geht es auf dem Camino Portuguese Central weiter bis nach Pontevedra und anschließend über den Camino Espiritual nach Santiago de Compostela. Heute Morgen schlich ich mich förmlich aus der Unterkunft, da die meisten meiner Mitpilger noch tief in ihren Betten röchelten. Nur Jorge und Paula waren schon wach. Wir verabschiedeten uns mit herzlichen Umarmungen und der Hoffnung auf ein Wiedersehen in Santiago. Die beiden werde ich die nächsten Tage wirklich vermissen. Gestern Abend waren wir noch zusammen essen, und Jorge erklärte mir die Bedeutung der zwei kleinen Anhänger, die Paula mir als Geschenk aufs Bett gelegt hatte: eine offene…

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    49 | Tag der Entscheidung(en)

    Meine erste Entscheidung heute Morgen war schnell getroffen: Ich nehme den Bus nach Guimarães. Nur musste ich den Bus erst mal finden. Ein Gast in meinem Café wies mir den Weg zur Station, denn die Kellner dort waren nicht gerade hilfsbereit. An der Station angekommen, suchte ich nach dem richtigen Bus oder einer Information. Plötzlich tauchte der Name meines Ziels auf der Windschutzscheibe eines Busses auf. Also, nichts wie rein und los! 45 Minuten später spuckte mich das Gefährt an der Endstation wieder aus. Dort angekommen, blickte ich auf einen Monitor und sah, dass um 9:35 Uhr ein FlixBus nach Braga fuhr. Es war 9:25 Uhr. Kurze Überlegung, zweite Entscheidung:…