Es geht wieder los :)

Nachdem die vergangenen 2 Jahre arbeitstechnisch sehr turbulent bei mir waren, habe ich mir einen Meilenstein für 2022 gesetzt und auch bereits bei meinem Arbeitgeber angemeldet. Der Plan ist, das ich von Ende April bis Mitte Juni die Via de la Plata von Sevilla über SdC bis nach Muxia, oder zumindest Fisterra pilgern werde. Ich gehe einfach mal davon aus, das die Welt bis dahin das Covid19 Virus in den Griff bekommt und es keine weiteren Lockdowns oder Reisebeschränkungen zu befürchten gibt.

Auch wenn es noch wie Zukunftsmusik klingt, habe ich bereits mit der Beschaffung des wichtigsten Equipments in Form neuer Wanderstiefel begonnen, welche jetzt erstmal eingetragen werden. Entschieden habe ich mich für die Lowa Renegade GTX.

Lowa Rengade GTX Mid

Ich habe den Schuh vor einigen Wochen intensiv gewachst und im Anschluss auf einer Motorradtour (ja, richtig gehört), bei Wind und Wetter getestet. Ich war am Anfang etwas sketisch gewesen was den Komfort angeht, da beispielsweise im Bereich des Knöchels eine Stelle sehr gedückt hat, wenn der Schuh fester geschnürrt war. Nachdem das Leder aber mittlerweile weicher geworden ist und der Schuh durch das häufige Tragen langsam eine gewisse Patina annimmt, gefällt er mir von Tag zu Tag besser. Die Füsse blieben bislang immer trocken, auch wenn es geschüttet hat wie aus Eimern. Auch die Entwicklung von Fußschweiss und die damit verbundene leckere Geruchsbildung sind minimiert. Leder ist immer noch das beste Material für Wanderstiefel.

Im kommenden Frühjahr werde ich mit den ersten längeren Spaziergängen beginnen. Spätestens dann wird sich zeigen, ob der Schuh seinen Preis von 160,- € (so viel habe ich bezahlt) Wert ist.

Stay tuned…

Zu Besuch bei Charlie

Pilgerfreundschaften sind für´s Leben. Als ich in diesem Jahr beschlossen habe, meinen wohlverdienten Jahresurlaub in Großbritanien und Irland zu verbringen, dachte ich mir, es wäre auch eine schöne Idee einen alten Camino Freund zu besuchen. Charlie haben der Senior und ich 2012 kennengelernt. Ein lieber Kerl, der uns auch 2015 in Berlin besucht hatte, kurz bevor wir zu unserem zweiten Weg aufgebochen waren. Ich dachte es wäre an der Zeit einen Gegenbesuch abzustatten :).

Das war auf jeden Fall eine gute Idee!

Santiago de Compostela 

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Ja, wir haben es geschafft! Äh, mal wieder ?

Gegen 14 Uhr sind wir gestern in Santiago angekommen und haben uns von einer spanischen Familie ablichten lassen. Vorher mussten wir aber noch 20 km von A Rua aus zurücklegen. Vorbei an Pedrouzo und dem Monte Goza Monument (zu Ehren Papst Johannes Paul II), welches immer noch so hässlich ist wie in unserer Erinnerung, läuft man durch die ebenfalls nicht besonders attraktive Vorstadt, in Richtung Kathedrale. Zwischendurch begann es immer mal wieder an zu regnen und als es stärker wurde, wollten wir uns in einer Bar etwas Essen. Nachdem wir bereits die Rucksäcke abgelegt hatten und uns setzen wollten, kam der Eigentümer und machte Zeichen, das wir hier nicht sitzen dürften. Keine Ahnung was der Sack wollte, aber uns wurde es zu blöd und wir gingen wieder. Glücklicherweise hatte der Regen wieder nachgelassen und wir holten uns Pizzastücken an einem Imbiss. War aber auch sehr lecker.

Nach unserem Siegerporträt (siehe oben), holten wir unsere Compostelas ab im Pilgerbüro. Eine Schlange erwartete uns hinter dem Torbogen und es begann richtig zu regnen. Nachdem wir einem älteren Herren mit seinem Regenschirm einige Male anpöbeln mussten, da er ständig mit seinem Regenschirm meinen Kopf anstuppste und später die Suppe vom Gleichen in meinen Nacken lief, kamen wir endlich arbeitsamtmässig an die Reihe. „Pling! Arbeitsplatz Nummer 2! Zeigte der Bildschirm am Eingang des Büros an und ein vollbusiges Wesen, machte sich daran das Dokument auszufüllen. Die persönliche Note bleibt hierbei jedoch leider auf der Strecke. Anders als noch vor 3 Jahren, als man noch ein paar nette Worte mit dem Sachbearbeiter wechseln konnte.

Nun erwartete uns das dritte Highlight unserer Reise. Das Hotel! Sehet selbst und werdet neidisch:

Eingerichtet machten wir die Stadt unsicher und trafen uns am Abend nach der Messe mit Thomas und Christine. Wir gingen Essen und lernten noch andere Pilger aus Frankreich und der Schweiz kennen. Später endete das Gelage in einer Diskothek in der bereits, und jetzt kommt’s, unsere spanische Wandertruppe (die 2 Pepes und Daniel) bereits kräftig am feiern waren. Gegen halb 3 sind wir etwas angeschickert aus dem Laden gekommen und zum Hotel getorkelt.

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Die Rechnung habe ich dann heute morgen erhalten (Bölp!). Gott ging’s mir übel! ?