Santiago de Compostela 

IMG_1185
Ja, wir haben es geschafft! Äh, mal wieder ?

Gegen 14 Uhr sind wir gestern in Santiago angekommen und haben uns von einer spanischen Familie ablichten lassen. Vorher mussten wir aber noch 20 km von A Rua aus zurücklegen. Vorbei an Pedrouzo und dem Monte Goza Monument (zu Ehren Papst Johannes Paul II), welches immer noch so hässlich ist wie in unserer Erinnerung, läuft man durch die ebenfalls nicht besonders attraktive Vorstadt, in Richtung Kathedrale. Zwischendurch begann es immer mal wieder an zu regnen und als es stärker wurde, wollten wir uns in einer Bar etwas Essen. Nachdem wir bereits die Rucksäcke abgelegt hatten und uns setzen wollten, kam der Eigentümer und machte Zeichen, das wir hier nicht sitzen dürften. Keine Ahnung was der Sack wollte, aber uns wurde es zu blöd und wir gingen wieder. Glücklicherweise hatte der Regen wieder nachgelassen und wir holten uns Pizzastücken an einem Imbiss. War aber auch sehr lecker.

Nach unserem Siegerporträt (siehe oben), holten wir unsere Compostelas ab im Pilgerbüro. Eine Schlange erwartete uns hinter dem Torbogen und es begann richtig zu regnen. Nachdem wir einem älteren Herren mit seinem Regenschirm einige Male anpöbeln mussten, da er ständig mit seinem Regenschirm meinen Kopf anstuppste und später die Suppe vom Gleichen in meinen Nacken lief, kamen wir endlich arbeitsamtmässig an die Reihe. „Pling! Arbeitsplatz Nummer 2! Zeigte der Bildschirm am Eingang des Büros an und ein vollbusiges Wesen, machte sich daran das Dokument auszufüllen. Die persönliche Note bleibt hierbei jedoch leider auf der Strecke. Anders als noch vor 3 Jahren, als man noch ein paar nette Worte mit dem Sachbearbeiter wechseln konnte.

Nun erwartete uns das dritte Highlight unserer Reise. Das Hotel! Sehet selbst und werdet neidisch:

Eingerichtet machten wir die Stadt unsicher und trafen uns am Abend nach der Messe mit Thomas und Christine. Wir gingen Essen und lernten noch andere Pilger aus Frankreich und der Schweiz kennen. Später endete das Gelage in einer Diskothek in der bereits, und jetzt kommt’s, unsere spanische Wandertruppe (die 2 Pepes und Daniel) bereits kräftig am feiern waren. Gegen halb 3 sind wir etwas angeschickert aus dem Laden gekommen und zum Hotel getorkelt.

IMG_1229

Die Rechnung habe ich dann heute morgen erhalten (Bölp!). Gott ging’s mir übel! ?

Arzua – A Rua

Oje, jetzt sind wir auch schon zu Luxuspilgern mutiert. Anstatt mit 100 anderen ein Klo teilen zu müssen, sind wir auch lieber in einer Art „Hotel“ kurz vor dem eigentlichen Etappenziel Pedrouzo eingekehrt. Was soll’s, wir haben halt keine Lust und müssen auch den Preis dafür zahlen. Damit meine ich nicht die 35€ für’s Zimmer, sondern die Location mit einem Haufen amerikanischer „Oooh it’s awesome and unbelievable“ Knallis im Rentenalter teilen zu müssen. Ein schweres Los. Damit noch nicht genug, die können sogar mit ’nem Fussball umgehen! Frechheit!

Was ist noch so passiert? Nichts, ausser das wir Thomas und Christine ein paar mal über den Weg liefen und wir uns morgen in Santiago treffen wollen. Das Wetter ist genial 21 Grad und Sonnenschein und wir haben Sonnenliegen. Was will man mehr? Ein vernünftiger Caipi wäre ganz nett ?!

Oh man sind wir verweichlicht! Wir grübeln immer noch darüber, wie wir unseren Frauen bei der Heimkehr erklären sollen, warum wir nicht abgenommen haben… LOL!

Sorry Schatz!

 

Sobrado dos Monxes – Arzua

Immer später klingelt der Wecker. Nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Mitpilgern. Gegen 8.30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Nicht in Richtung Arzua, sondern in Richtung der nächsten Bar zum Frühstück. Hier angekommen, treffen wir unseren Brasilianer (Name unbekannt), der uns bereits in den letzten Tagen mehrfach über den Weg lief und mit dem wir ebenfalls in mehreren Herbergen übernachtet haben.

Wir gehen weiter durch zugewachsene Wälder und Strassen und erreichen schliesslich Boimorto, an dessen Platz wir eine Pause einlegen. Zoey, eine Schweitzerin, gesellt sich zu uns und auch unser Brasilianer erfreut uns mit seiner kurzen Anwesenheit. Mit Zoey gehen wir (ich) ca. 12 km zusammen weiter. Sie erzählt mir von ihrem Job als Psychoterapeutin und das sie zwei Bauleiter als Patienten hat, die an Burnout leiden. Bingo! Das perfekte Thema, da ich aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als solcher zu berichten weiß. Kurz vor Arzua trennen sich wieder unsere Wege. Die Therapie war erfolgreich und ich fühle mich besser ?.

In Arzua ist unser einsames Pilgerleben beendet, denn hier treffen Camino del Norte und Frances aufeinander. Schlagartig beschleicht einem das Gefühl, das Spanier mehr Pilger als Einheimische hat. Ist schon lustig.

Vorher jedoch kommen wir an einen Markt vorbei, wo mehrere Garküchen geöffnet sind und ihre gekochten Pulpo’s (Tintenfische) und SpareRibs anbieten. Also rein da und den Wanst vollgeschlagen. Dazu allerfeinsten Rotwein (Vino del Tinto), der so Rot war, das man seinen Tagesbericht damit hätte verfassen können. Der Kellner wollte mein Trinkgeld erst gar nicht annehmen, aber nachdem ich die Rücknahme verweigert habe, wurden wir noch mit einem Kaffe und einer Flasche Orucho verwöhnt.

Zweiter Bingo!

Eingecheckt haben wir in einer 2014 eröffneten Albergue, welche nicht mal in unseren Reiseführern steht, aber Top ausgestattet ist. Und nach den traditionellen Betteinrichten und Duschen wurde die Stadt unsicher gemacht und über die Eintagspilger gelästert. Hehe!


IMG_1115
Die Koereaner sind auch wieder da ?  
Predigt verpasst…LOL ??

IMG_1118
Thomas und der Senior beim Abendmal.
IMG_1119

Seite 1 von 5012345678910...20304050...Letzte »