Zu Besuch bei Charlie

Pilgerfreundschaften sind für´s Leben. Als ich in diesem Jahr beschlossen habe, meinen wohlverdienten Jahresurlaub in Großbritanien und Irland zu verbringen, dachte ich mir, es wäre auch eine schöne Idee einen alten Camino Freund zu besuchen. Charlie haben der Senior und ich 2012 kennengelernt. Ein lieber Kerl, der uns auch 2015 in Berlin besucht hatte, kurz bevor wir zu unserem zweiten Weg aufgebochen waren. Ich dachte es wäre an der Zeit einen Gegenbesuch abzustatten :).

Das war auf jeden Fall eine gute Idee!

Santiago de Compostela 

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Ja, wir haben es geschafft! Äh, mal wieder ?

Gegen 14 Uhr sind wir gestern in Santiago angekommen und haben uns von einer spanischen Familie ablichten lassen. Vorher mussten wir aber noch 20 km von A Rua aus zurücklegen. Vorbei an Pedrouzo und dem Monte Goza Monument (zu Ehren Papst Johannes Paul II), welches immer noch so hässlich ist wie in unserer Erinnerung, läuft man durch die ebenfalls nicht besonders attraktive Vorstadt, in Richtung Kathedrale. Zwischendurch begann es immer mal wieder an zu regnen und als es stärker wurde, wollten wir uns in einer Bar etwas Essen. Nachdem wir bereits die Rucksäcke abgelegt hatten und uns setzen wollten, kam der Eigentümer und machte Zeichen, das wir hier nicht sitzen dürften. Keine Ahnung was der Sack wollte, aber uns wurde es zu blöd und wir gingen wieder. Glücklicherweise hatte der Regen wieder nachgelassen und wir holten uns Pizzastücken an einem Imbiss. War aber auch sehr lecker.

Nach unserem Siegerporträt (siehe oben), holten wir unsere Compostelas ab im Pilgerbüro. Eine Schlange erwartete uns hinter dem Torbogen und es begann richtig zu regnen. Nachdem wir einem älteren Herren mit seinem Regenschirm einige Male anpöbeln mussten, da er ständig mit seinem Regenschirm meinen Kopf anstuppste und später die Suppe vom Gleichen in meinen Nacken lief, kamen wir endlich arbeitsamtmässig an die Reihe. „Pling! Arbeitsplatz Nummer 2! Zeigte der Bildschirm am Eingang des Büros an und ein vollbusiges Wesen, machte sich daran das Dokument auszufüllen. Die persönliche Note bleibt hierbei jedoch leider auf der Strecke. Anders als noch vor 3 Jahren, als man noch ein paar nette Worte mit dem Sachbearbeiter wechseln konnte.

Nun erwartete uns das dritte Highlight unserer Reise. Das Hotel! Sehet selbst und werdet neidisch:

Eingerichtet machten wir die Stadt unsicher und trafen uns am Abend nach der Messe mit Thomas und Christine. Wir gingen Essen und lernten noch andere Pilger aus Frankreich und der Schweiz kennen. Später endete das Gelage in einer Diskothek in der bereits, und jetzt kommt’s, unsere spanische Wandertruppe (die 2 Pepes und Daniel) bereits kräftig am feiern waren. Gegen halb 3 sind wir etwas angeschickert aus dem Laden gekommen und zum Hotel getorkelt.

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Die Rechnung habe ich dann heute morgen erhalten (Bölp!). Gott ging’s mir übel! ?

Arzua – A Rua

Oje, jetzt sind wir auch schon zu Luxuspilgern mutiert. Anstatt mit 100 anderen ein Klo teilen zu müssen, sind wir auch lieber in einer Art „Hotel“ kurz vor dem eigentlichen Etappenziel Pedrouzo eingekehrt. Was soll’s, wir haben halt keine Lust und müssen auch den Preis dafür zahlen. Damit meine ich nicht die 35€ für’s Zimmer, sondern die Location mit einem Haufen amerikanischer „Oooh it’s awesome and unbelievable“ Knallis im Rentenalter teilen zu müssen. Ein schweres Los. Damit noch nicht genug, die können sogar mit ’nem Fussball umgehen! Frechheit!

Was ist noch so passiert? Nichts, ausser das wir Thomas und Christine ein paar mal über den Weg liefen und wir uns morgen in Santiago treffen wollen. Das Wetter ist genial 21 Grad und Sonnenschein und wir haben Sonnenliegen. Was will man mehr? Ein vernünftiger Caipi wäre ganz nett ?!

Oh man sind wir verweichlicht! Wir grübeln immer noch darüber, wie wir unseren Frauen bei der Heimkehr erklären sollen, warum wir nicht abgenommen haben… LOL!

Sorry Schatz!

 

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